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Charmeoffensive der Bücherei

Charmeoffensive der Bücherei

Großer Andrang auf Bücher, CDs und DVDs in der öffentlichen Bibliothek.

Niedersprockhövel. Alexandra Fluche ist nach langer Zeit endlich mal wieder in die Bücherei in Niedersprockhövel gekommen. Der „Tag des offenen Buches“ hat sie angelockt und sie schlägt gleich richtig zu: Zwei DVDs und drei Bücher hat sie sich ausgesucht, während ihre kleine Tochter von einer Mitarbeiterin der Bücherei mit einem Märchenquiz und einem Brettspiel unterhalten wurde.

„Es hat sich gelohnt“, sagt die junge Mutter. Das breit gefächerte Angebot will sie jetzt wieder öfter nutzen.

Alexandra Fluche ist damit im Trend: Laut Jahresbericht 2009 der Stadtbücherei Sprockhövel ist die Zahl der Ausleihen erstmals seit Jahren wieder gestiegen. Im letzten Jahr sind sie stabil geblieben, vermutet Kornelia Wilberg, Büchereileiterin. Ob dennoch Kürzungen auf die Sprockhöveler Büchereien zukommen, weiß sie nicht. Eine Entscheidung hierzu steht noch aus.

Mit dem „Tag des offenen Buches“ starteten die Sprockhöveler Büchereien eine große Charmeoffensive. Für das gesamte Jahr sind viele weitere Aktionen geplant (siehe Infokasten).

Der Aktionstag am Samstag war bereits ein großer Erfolg: Mehr als 60 Besucher waren, wie Alexandra Fluche, in die Bücherei an der Hauptstraße gekommen und stöberten von 11 bis 15 Uhr auf zwei Etagen in Romanen, Sachbüchern, DVDs und CDs.

Zur Stärkung gab es Kaffee und verschiedene Kuchensorten, darunter Torten. Wobei letztere vom Förderverein gespendet wurden. Der sorgt übrigens auch für Neuanschaffungen, die im letzten Jahr sogar komplett gestrichen wurden. Samstag konnten die Sprockhöveler ihre Wünsche auf einer Liste vermerken.

Momentan steht ein Sachbuch ganz weit oben auf der Liste: Theo Sarrazins umstrittenes Werk „Deutschland schafft sich ab“. „Das ist ein ganz großer Wunsch in der letzten Zeit“, sagt Wilberg.

Ein besonderes Vergnügen erwartete übrigens die Sparfüchse unter den Leseratten: Das Magazin im Keller bot genug Platz für einen Büchertrödel. „Beinahe jeder, der hier rein gegangen ist, hat auch etwas gekauft“, erzählt Mitarbeiterin Marion Scholz.

Ob Krimi oder Reiseführer, bei Preisen von 50 Cent bis 1 Euro war manches Schnäppchen zu machen. Und der Büchertrödel war so beliebt, dass auf kurzem Dienstweg beschlossen wurde, ihn weiterhin anzubieten.