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Bergbaugeschichte: Auf dem Pleßbachweg unterwegs

Bergbaugeschichte: Auf dem Pleßbachweg unterwegs

Der Heimatverein folgt der „Spur der Kohle“. Die fünfte Route führt in den Osten Niedersprockhövels.

Niedersprockhövel. „Die Spur der Kohle” — unter diesem Titel hat der Förderverein bergbauhistorischer Stätten mit Unterstützung des Heimat- und Geschichtsvereins bisher insgesamt sieben Wanderungen ausgearbeitet. Route Nummer Fünf führt in den Osten von Niedersprockhövel.

Östlich der A 43 verläuft er ein ganzes Stück entlang des Pleßbachs, der ihm auch seinen Namen gab: der Pleßbachweg. Der Weg ist insgesamt etwa acht Kilometer lang, enthält einen längeren und zwei kürzere Abstecher und kann an verschiedenen Stellen abgekürzt werden. Startpunkt ist die Kreuzung von South-Kirkby-Straße und Hiddinghauser Straße.

Nach links in den Burgfeldweg finden sich im Wald bereits die ersten Pingen — trichterförmige Vertiefungen, die an alte Gruben erinnern. Gegen den Uhrzeigersinn geht es den Weg entlang nach rechts in Richtung A 43 und wo die Pingen der Zeche Schelle und Haberbank zu finden sind.

Direkt hinter der Brücke über die Autobahn befindet sich das Mundloch der Zeche Schelle. Das ausfließende Wasser ist durch gelöstes Eisenoxid braun gefärbt. Nebenan steht ein großes Fachwerkhaus — ursprünglich das Büro- und Wohnhaus eines Hammerwerkes. Weiter geht es auf der Straße nach rechts, wo die Wanderer ein Abstecher zum ehemaligen Bergwerk Glückauf Barmen führt, das seinerzeit einen Privatbahnanschluss hatte und im Jahr 1910 fast 38 000 Tonnen Kohle förderte. Zwei Gebäude der ehemaligen Zechenanlage werden heute als Wohnhäuser genutzt.

Der Rückweg und die Fortsetzung entlang der Autobahn führt über die alte Trasse der privaten Kleinbahn. An der Stecke lag die Zeche Harmonie, in der bereits 1760 gearbeitet wurde. Auf der rechten Seite sind Reste der Verladeanlage und die Ruine eines Gebäudes der Zeche Elisabethenglück zu erkennen. Diese Zeche, die erstmals 1847 ihren Betrieb aufnahm und nach einer Pause erneut von 1926 bis in die 1960er Jahre Kohle förderte, reichte mit ihrer tiefsten Sohle bis 84 Meter unter den Meeresspiegel.

Weitere Stationen sind das Stollenmundloch der Zeche Tinsbank und die Zeche Alte Missgunst, bevor der Weg zurück unter der Autobahn und mit einem weiteren Abstecher zur Zeche und Halde Daniel führt. Von dort geht es in weitem Bogen über die Uhlenbruchstraße, den Pottmagweg, Hohe Egge Unter- und Oberweg, vorbei an der Hinweistafel des Maschinenschachtes Caroline wieder in Richtung Burgweg. Im Wald befand sich der Göpelschacht Henriette. Weiter talwärts wird schließlich wieder der Ausgangspunkt erreicht.