1. NRW
  2. Sprockhövel

Bei „Unter 7 Brücken“ wird die Glückauf-Trasse zur Festmeile.

Fest : Krimi, Musik, Theater – jede Brücke eine Attraktion

Bei dem Fest „Unter 7 Brücken“ wird die Glückauf-Trasse am Wochenende zur Unterhaltungsmeile.

„Wie könnte man auf die vielen alten, herrlichen Sandstein-Viadukte auf der Glückauf-Trasse besser aufmerksam machen als mit einer Kultur-Veranstaltung für die gesamte Familie?“, fragte Beate Prochnow, die Vorsitzende des Vereins Glückauf-Trasse, rhetorisch und wurde darin von der Landschaftsarchitektin Ina Bimberg bestärkt.

Die Idee wurde auch unter Mitwirkung von Karin Hockamp, der Vorsitzenden der Kultur- und Kunstinitiative Sprockhövel (KuKi) ausgearbeitet, und was dabei heraus gekommen ist, wird am kommenden Sonntag, 2. September, unter dem Motto „Unter 7 Brücken“ von 14 bis 18 Uhr auf etwa fünf Trassen-Kilometern den Wanderern und Radlern präsentiert.

Der Mitmach-Zirkus „Springfloh“ bietet Kindern Abwechslung

Einen Vorgeschmack gab es gestern Nachmittag schon mal, als sich die Initiatoren und einige der Mitwirkenden am Viadukt Rottenberger Weg trafen und das originelle Programm vorstellten. An sieben Stationen gibt es nicht nur Vorführungen, sondern ausreichend Gelegenheit zum Mitmachen, so wie beim Rudelsingen mit Addi Löbbecke, der mit den Ankommenden am Viadukt Quellenburg jede Menge bekannte Lieder wie „Country Roads“, „Amarillo“ und ähnliche eingängige Songs schmettern will. Das Programm steht noch nicht. „Ich bin noch in der Schaffensphase“, erklärte der fröhliche Barde.

Nur 360 Meter muss man weitergehen, um zum Mitmach-Zirkus „Springfloh“ für Kinder zu kommen. „Weitere Mitmach-Aktionen auch für die Erwachsenen wird es am Viadukt Scherenberg geben“, versprach Robert Franz, der Sprecher des Vereins Glückauf-Trasse, der sich dort ebenso vorstellen will wie die KuKi.

Spannend und teilweise gruselig wird es am Viadukt Weuste, wo der hiesige Krimi-Autor Stefan Melneczuk aus seinen Werken lesen wird. Und dann ist da noch Uli Pätzold-Jäger mit seiner Drehorgel, ausgestattet mit einem abendfüllenden Organ, das für schauerliche Moritaten und geheimnisvolle Brückengedichte geradezu gemacht ist. Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht. 686 Meter weiter wartet am Viadukt „Im Holland“ Salsa-Tanz mit der Rumbero Dance Companie. Diese lädt zum Zusehen und Mitmachen ein.

„Wir haben großen Wert auf Vielfalt gelegt“, sagt Beate Prochnow und verweist dabei auch auf Theater und Malerei an der Brücke Friedhofstraße, wo die zu Herzen gehende Geschichte von Romeo und Julia vom Schnick-Schnack-Theater aufgeführt wird. Den Part der Malerei besorgt die Flüchtlingshilfe mit einem Künstler aus fremden Landen.

Und dann gibt es da noch das Viadukt „Susewind“, wo Hobby-Imker Matthias Chanrtain zusammen mit den Gästen ein Insekten-Hotel bauen will. „Weißblechdosen, wie die für Ravioli, werden dafür noch gebraucht.“ Es wird gebeten, die „Hotelbauten“ doch möglichst mitzubringen.

Radler sollen etwas
vorsichtiger fahren

Eine achte mobile Brücke, nämlich aus Draht und mit Wimpeln behängt, soll zwischen den einzelnen „Tatorten“ kursieren. Zwischen „Susewind“ und „Weuste“ ist außerdem ein „Coffee-Bike“ unterwegs, das die staubigen Kehlen der Sänger und die müden Wanderer mit kalten oder warmen Getränken erfrischen soll. „Wir sind sicher, dass wir den Besuchern kostenlos einen spannenden Nachmittag bescheren werden“, zeigt Karin Hockamp, die ehemalige Stadtarchivarin, sichtliche Vorfreude.

Sprecher Robert Franz weist die Radfahrer allerdings darauf hin, dass es an den einzelnen Brücken schon mal etwas eng werden kann. „Da wird um langsame Fahrweise gebeten. Oder einfach mal absteigen, schieben oder gleich mitmachen“, wirbt er um Rücksichtnahme und Verständnis für die Veranstaltung.

Um das Wetter macht man sich bei Kuki und dem Verein Glückauf-Trasse dagegen wenig Sorgen. „Es sollen Sonnenschein und 24 Grad herrschen“, zeigen sich die Veranstalter sehr optimistisch.