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Bauern sind mit der Erdbeer-Ernte zufrieden

Fazit der Saison : Bauern sind trotz der Trockenheit mit der Erdbeer-Ernte zufrieden

Die Ernte geht dem Ende entgegen. Erdbeeren gibt es aktuell nur noch Selbstflücker.

Bis zum 10. Juli werden die Erdbeeren noch geerntet. Doch wer die leckeren roten Früchte aus heimischem Anbau direkt auf dem Feld erwerben möchte, der muss sich schon selbst in die Pflanzenreihen begeben und den mitgebrachten Korb gebückterweise mit eigener Hand füllen.

„Die Familie aus Rumänien, die seit Jahren hilft, ist schon zurück in der Heimat“, erklärt der Herzkamper Landwirt Dirk Gelbrich und sieht, wie die Besucher am Lehn 2 sicher auch nachfühlen können, wie strapaziös das Einbringen der bodennahen Früchte ist.

„In diesem Jahr waren Wachstum und Ernte der Erdbeeren von verschiedenen Aspekten geprägt“, erklärt Axel Stock vom Hof Stock in Niedersprockhövel. „Da war einmal die Trockenheit, die das Fruchtgewicht reduziert hat, zum anderen haben die Eisheiligen auch Blütenfrostschaden angerichtet. Und dass die Erntehelfer corona-bedingt nicht wie gewünscht rechtzeitig einreisen konnten und uns weniger Arbeitskräfte zur Verfügung standen, war natürlich auch sehr hinderlich.“ Bedingungen, die auch mit dafür verantwortlich waren, dass sich in diesem Jahr der Preis etwa auf dem gleichen Niveau hielt und praktisch nie abrutschte.

Aber, die Trockenheit habe auch ihr Gutes gehabt, erfahren wir von Axel Stock: „Dadurch hat es weniger Blütenstecher gegeben. Das sind kleine Fluginsekten, die sich unter den Erdbeerblüten festsetzen und sie so zerstören. Die mögen nämlich keine Trockenheit.“ Insgesamt zeigt sich Axel Stock mit dem Verlauf der Ernte, die in diesem Jahr sogar länger dauert als in früheren Jahren, durchaus zufrieden.

„Die Früchte haben eine gute Qualität und werden vom Publikum ausdrücklich gelobt“, so Stock, der rund 80 Prozent seiner Erdbeeren an Selbstpflücker verkauft. „Wir haben Stammkunden, die in jedem Jahr zu uns nach Niedersprockhövel kommen, aber wir werben auch über soziale Medien wie Facebook und Instagram“, zeigt sich der vielseitige Landwirt auf der Höhe der Zeit und betont, dass die Umstände es in diesem Jahr ermöglicht haben, auf Spritzmittel zu verzichten.

Dirk Gelbrich, bei dem es weit weniger Selbstpflücker gibt, reserviert alljährlich einen Teil seiner Anbaufläche für eine „Experimentier-Sorte“, die zum Schluss der Saison geerntet wird. „Faith“ heißt die „mittelspäte“ als robust geltende Sorte, die die Kundschaft von 8 bis 19 Uhr derzeit allerdings selbst pflücken und zum auch mit Kartoffeln und Eiern bestückten Verkaufsstand bringen muss, wo dann gewogen und berechnet wird.

„Faith“ habe die Geschmackstests mit Bravour bestanden, erfreue sich bei den Obstliebhabern großer Beliebtheit und entschädigt mit aromatischer Süße für das mühsame Bücken zwischen den Pflanzenreihen, in denen sich inzwischen auch üppig wachsendes Unkraut breit macht.

Gelbrichs Blicke gehen zum Schluss der diesjährigen Erdbeer-Saison in die Zukunft, in der er weiteren Dürresommern mit einer eigenen Beregnungsanlage begegnen will.