Barmer Straße: Anwohner haben Angst vor Autounfällen

Barmer Straße: Anwohner haben Angst vor Autounfällen

Viele Autofahrer umfahren den Blitzer und geraten so ins Schleudern.

Herzkamp. Der Schrecken steht Silke Philipp noch ins Gesicht geschrieben, als sie von den Ereignissen am 3. Juli erzählt. In der Familie ist nur vom "berüchtigten Freitag" die Rede.

An diesem Tag hatte Silke Philipp vormittags die trockenen Äste aus den Fichten in ihrem Garten entfernt. Stunden später sind von einigen der Fichten nur noch die Stümpfe übrig. Wie abrasiert stehen sie da, der Zaun ist auf einer Länge von 22 Metern niedergerissen und mittendrin - zwischen Zaun und Baumreihe - liegt ein Auto.

"Die Insassen waren Gott sei Dank nur leicht verletzt und konnten sich selbst befreien". Wie ein Film laufen die Erinnerungen vor Silke Philipps innerem Auge ab. "Der letzte Unfall war der schlimmste, der sich in den letzten zwölf Monaten vor unserem Haus zugetragen hat. Bis zum nächsten ist es nur eine Frage der Zeit", sagt Roland Philipp.

Seine Frau zählt auf: "Vor einem Jahr kam hier ein junger Mann von der Straße ab. Ihm passierte nichts und wir dachten an einen Einzelfall. Einige Wochen später war es ein Motorradfahrer, der auf seiner neuen Maschine die Kontrolle verlor. Dann zwei junge Rollerfahrer, die augenscheinlich verletzt waren, aber keine Feuerwehr und keinen Arzt rufen wollten. Und Anfang Juli kam dann der BMW."

Das Problem: Die Barmer Straße ist breit, gut ausgebaut, überschaubar - und auf Tempo 50 begrenzt. Um den Blitzer auf Höhe des Philipp’schen Hauses zu umgehen, nutzen viele die Gegenfahrbahn.

Denn: die Kontaktschleife für den Blitzer befindet sich nur auf einer Seite. "Vom Garten kann man beobachten, wie viele kurz auf die Gegenfahrbahn ziehen, um den Blitzer zu umgehen und dann Mühe haben, wieder auf ihre Spur zu kommen", sagt Silke Philipp, "da die Straße nicht gerade verläuft, verschätzen sich einige Autofahrer".

Peter Hoffmeier, Leiter der Bußgeldstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises, bestätigt, dass der Starenkasten dort steht, weil es sich um einen Unfallschwerpunkt handelt. "Trotzdem wurden wurde in diesem Jahr nur ein Unfall polizeilich aufgenommen, 2008 waren es zwei Unfälle."

Auch sei die Blitzeranlage keine, die besonders hohe Fallzahlen aufweise. Ob es daran liegt, dass so viele Autofahrer die Gegenfahrbahn benutzen, vermag er nicht zu sagen. Er vermutet aber, dass die Fahrer, die die Gegenfahrbahn nutzen, Anlieger sein müssten.

Ortsfremde könnten nicht wissen, dass auf der Gegenspur nicht geblitzt wird. Er will sich bei der Firma "Robot", die die Starenkästen aufstellt, informieren, wie es mit einer weiteren Kontaktschleife auf der Gegenfahrbahn aussieht.

Auch Dietmar Trust, Sprecher der Polizei, kann anhand der bekannten Unfälle in diesem Bereich keine erhöhte Gefahr feststellen. Er rät den Betroffenen, sich bei der Stadt zu informieren, ob dort beispielsweise eine 30er Zone eingerichtet werden kann, wie sie einige hundert Meter nach dem Blitzer bereits besteht.

"Erster Ansprechpartner ist die Stadt. Die kann dann die Unfallkommission einschalten, ein Gremium aus Kreisordnungsbehörde, Stadt und Polizei. Und die würden dann aktiv werden."

Bis sich etwas ändert, wird Silke Philipp weiter ein ungutes Gefühl haben: "Meine größte Sorge ist, dass sich jemand auf dem Bürgersteig befindet, wenn wieder ein Auto ins Schleudern kommt. Ich habe Angst, dass irgendwann jemand in meinem Garten stirbt."