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Ausschussmitglieder streiten über Neugestaltung der Hauptstraße

Sprockhövel : Ausschussmitglieder streiten über Neugestaltung der Hauptstraße

Um die Frage, wie die Hauptstraße in Niedersprockhövel nach Abschluss der Bauarbeiten an der L 70n weiterentwickelt werden kann, hat sich im Ausschuss für Stadtentwicklung ein teilweise heftiger Streit entwickelt.

Um die Frage, wie die Hauptstraße in Niedersprockhövel nach Abschluss der Bauarbeiten an der L 70n weiterentwickelt und attraktiv gehalten werden kann, hat sich am Montag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Denkmalschutz und Wirtschaftsförderung ein teilweise heftiger Streit entwickelt. Während SPD, FDP und die Wählergemeinschaft WfS (Wir für Sprockhövel) in einem Antrag die Entwicklung eines Integrierten Handlungskonzepts für die Straße forderten, plädierte die CDU in einem Gegenantrag für eine Anliegerbefragung an der Hauptstraße, die solch einer Planung zunächst vorgeschaltet werden sollte.

Die Umgehungsstraße wird für weniger Verkehr sorgen

Derzeit liefen noch die Bauarbeiten an der L 70n, mit Abschluss des Ausbaus der Umgehungsstraße werde die derzeit noch viel befahrene Hauptstraße deutlich weniger frequentiert, erklärte der Ausschusssprecher der CDU, Felix Steindorf. Damit werde „sich für Geschäftstreibende und Immobilieneigentümer der Hauptstraße ein neues Umfeld und damit neue Perspektiven der Entwicklung ergeben“, hieß es in dem Antrag der CDU. Zur Unterstützung der lokalen Geschäfte sei alternativ zu der Entwicklung eines Integrierten Handlungskonzepts auch die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) möglich, betonte Steindorf. Dann würde die Entwicklung verstärkt in Eigenregie der lokalen Geschäftsleute umgesetzt. Egal welchen Weg man einschlage, wichtig sei es, zunächst die Geschäftstreibenden und Immobilieneigentümer zu dem Thema zu hören, da sie das „größte Mitspracherecht“ in der Sache hätten, erklärte Steindorf.

Das sah die SPD zwar nicht grundsätzlich anders, kritisierte die CDU aber dafür, vornehmlich die Interessen der Geschäftsleute und Immobilienbesitzer in den Blick zu nehmen. Die SPD lehne den Antrag der CDU ab, weil er Teile der Bürgerschaft nicht berücksichtige, sagte SPD-Vertreterin Marion Prinz. Durch die von der CDU geplante Befragung komme nur ein „Bruchteil“ jener Bürger zu Wort, die bei der Entwicklung der Hauptstraße ein Mitspracherecht hätten.

Der Grünen-Vertreter Udo Beckmann versuchte – eher erfolglos – zwischen den Positionen zu vermitteln „Ich sehe nicht, dass sich beide Anträge ausschließen“, erklärte er. Die von der CDU geforderte Befragung könne ja den ersten Schritt zu einem Integrierten Handlungskonzept bilden.

Auch der Beigeordnete Volker Hoven versuchte sich an der Aufweichung der Fronten. Eine Befragung sei auch in einem Integrierten Handlungskonzept möglich. Zudem müsse ein solches Konzept auch nicht „zwingend umgesetzt werden“. Wichtig sei es aber, die Chancen zu nutzen, die durch die Schaffung der Umgehungsstraße L 70n für die Entwicklung des Stadtteils Niedersprockhövel entstünden. Die rechtzeitige Planung in der Sache öffne in diesem Sinne „Türen in die Förderkulisse der Städtebaumittel“.

Fördermittel schön und gut, MiS-Vertreter Holger Krefting gab gleichwohl zu bedenken, dass bei der geplanten Entwicklung zu berücksichtigen sei, inwieweit bei der Neugestaltung der Hauptstraße umlagefähige Kosten für die Geschäftsleute und Immobilieneigentümer vor Ort entstünden. „Die müssen das ja auch mitfinanzieren“, betonte er. Deshalb sei der CDU-Antrag durchaus sinnvoll.

Auch Ausschussmitglied und sachkundiger Bürger Lutz Heuser mahnte dazu, die entstehenden Kosten im Vorfeld zu klären und deutlich zu machen. Die Kaufleute und Immobilienbesitzer müssten wissen, wie teuer sie der Umbau komme, sagte Heuser, der auch Vorsitzender des Stadtmarketings ist.