Aus China nach Sprockhövel: Gastschüler räumen Vorurteile aus

Aus China nach Sprockhövel: Gastschüler räumen Vorurteile aus

Im Oktober geht es zum Gegenbesuch nach Peking.

Sprockhövel. Ein Schüleraustausch gehört fast zu jeder Schulzeit dazu. Ob nach Italien, Spanien, Frankreich oder England — die Reise geht meistens in die benachbarten europäischen Länder. Eine komplett andere Kultur lernen nun die Schüler der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule kennen. In dieser Woche sind Jugendliche von der High School Nr. 18 aus Peking zu Gast. Sie leben in den Familien der deutschen Schüler, lernen die verschiedenen Lebensarten kennen und unternehmen gemeinsame Aktionen.

So auch, als die WZ die Gruppe besuchte. In der Versuchsküche von The Food Professionals am Kohlentreiberweg geht es heiß her. Es wird etwas typisch Deutsches gekocht: Pfannkuchen in allerlei süßen Varianten stehen auf dem Plan. Mit Schokolade, Zuckerkügelchen oder Nusscreme gefüllt und gerollt, schmecken die „Pfannkuchen-Sushi“, wie sich das Rezept nennt, besonders gut.

Die chinesischen Schüler sind begeistert, denn Pfannkuchen kennen sie noch nicht. Auch die 15-jährige Bebby isst das Gericht zum ersten Mal in ihrem Leben und lächelt zufrieden, als ihr Mitschüler Rong Xin (16) einen Bissen in den Mund schiebt.

Es ist in den Augen der Austauschschüler abzulesen, wie sie die vielen Eindrücke in sich aufsaugen. „Hier gibt es so viele Bäume und Pflanzen im Gegensatz zu Peking“, sagt Wenhao Jang (15). Auch Englischlehrerin Li Yue (28) ist davon angetan. „Hier gibt es nicht so viele Autos. Es ist viel leiser und sauberer.“ Schnell fügt sie hinzu: „Hier ist sowieso alles anders als in China.“

Auch so manches Klischee mussten die Austauschschüler aus beiden Ländern beseitigen. „Sie fragten uns, warum wir Deutschen so viel Bier trinken“, erzählt Kevin Consiglio (17). „Und auch das Vorurteil, ob Chinesen wirklich Hunde und Katzen essen, dementierten sie sofort“, fügt er lachend hinzu. Zum Glück hat er von seinem Austauschschüler ein Stäbchenset geschenkt bekommen. So kann er noch ein bisschen üben, bevor es für die Gesamtschüler im Oktober heißt, die Koffer zu packen und für eine Woche in die asiatische Kultur einzutauchen.

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