Architektin entwickelt Masterplan für Glückauf-Trasse in Sprockhövel

Zukunftspläne : Architektin entwickelt Masterplan für die Trasse

Ina Bimberg stellte Ideen vor, mit denen der Radweg noch attraktiver gemacht werden könnte.

Wie kann man die Glückauf-Trasse noch attraktiver machen und ihr ein unverwechselbares Profil geben? Dieser Frage ging die Iserlohner Landschaftsarchitektin Ina Bimberg nach und entwickelte nach eingehendem Studium des ehemaligen Schienenweges per Rad und zu Fuß einen Masterplan. Den stellte sie am Dienstagabend im Vortragsraum der Stadtsparkasse Sprockhövel vor. Die Reihen vor der Videowand waren gut besetzt mit Sprockhövelern, die „ihre“ Trasse inzwischen als einen unverzichtbaren Teil ihres Lebensraumes ansehen.

Die von Robert Franz, Sprecher des Trassenvereins, moderierte Veranstaltung brachte die von Ina Bimberg herausgearbeiteten Stärken der zweigliedrigen Trasse zutage. Die Landschaft, die reizvolle städtische Nachbarschaft, die geschichtsträchtigen Industrieanlagen rund um den Rad- und Wanderweg waren einige der Vorteile. Denen folgten aber auch die Hinweise auf Schwächen wie die problematischen Querungen über die von Pkw und Lkw genutzten Straßen, die teilweise unübersichtlichen und nicht mehr aktuellen Beschilderungen oder die nicht ausreichende Gastronomie und die zu wenigen Rastplätze. Wenig attraktiv fand die Landschaftsarchitektin auch die Tatsache, dass die Glückauf-Trasse kein Rundweg ist.

Zu den Ergebnissen des Masterplans gehörten Empfehlungen, wie die Stärken besser herausgearbeitet und Schwächen gemindert oder sogar beseitigt werden könnten. Zu den Aufgaben der Architektin gehörte es dagegen nicht, ihre Ratschläge auf finanzielle Machbarkeit hin zu überprüfen, und so hörte das Publikum, darunter auch Bürgermeister Ulli Winkelmann und Michael Ibing, Chef des Stadtmarketings, interessante Wünsche, die angesichts leerer städtischer Kassen wohl für die nächste Zeit auch Wünsche bleiben dürften.

Einheitliche Beschilderung
für ein besseres Marketing

So schlug Ina Bimberg vor, alle 500 Meter auf der Trasse Rastplätze mit Sitzgelegenheiten einzurichten, das Spiel- und Sportangebot erheblich zu erweitern und die pflanzlichen Elemente zu verstärken. „Die Beschilderung sollte einheitlich gestaltet werden“, so Bimberg, die ausdrücklich das schon vorhandene kulturelle Angebot lobte. Als ausbaufähig sah die Referentin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit für die Trasse an und empfahl die V-Form der Trasse in das Logo des Trassenvereins unter der Führung von Beate Prochnow einzuarbeiten.

Ein umstrittenes Thema ist nach wie vor die „wassergebundene Decke“ der Trasse, bei der bei Regen Matsch aufgewirbelt wird und die Radfahrer, besonders jene, die täglich zur Arbeit fahren, stark verschmutzt. „Dieser Belag fügt sich gut in das Landschaftsbild ein und sollte zunächst so bleiben. Man sollte aber die weitere Entwicklung abwarten“, so Ina Bimberg, die auch von den Befürchtungen hörte, dass eine Asphaltierung aus der Glückauf-Trasse einen „Radschnellweg“ machen könnte, was dem Charakter eines Rad- und Wanderweges widersprechen würde. „Vielleicht sollten nur die ausgesprochen problematischen Stellen asphaltiert werden.“ Ein Thema, das auch anschließend heiß diskutiert wurde.

Was die gefährlichen Querungen angeht, empfahl die Vortragende, dass vornehmlich die Kraftfahrer auf die Überwege und die kreuzenden Radfahrer und Fußgänger aufmerksam gemacht werden sollten. Herzlicher Applaus belohnte die Landschaftsarchitektin zum Abschluss des Informationsabends.

glueckauf-trasse.org

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