An der Kohlenbahn: Ein Streckenposten für alle Ausflügler

An der Kohlenbahn: Ein Streckenposten für alle Ausflügler

Heinrich Marcus und Rudi Niedergehtmann haben aus einer ehemaligen Maschinenfabrik an der alten Bahnstrecke ein Restaurant gemacht.

Es ist eines der beliebtesten Ausflugsziele und wichtige Versorgungsstation für Radler oder Wanderer: die Gaststätte "An der Kohlenbahn". Dass es den Streckenposten am Haßlinghauser Beermannshaus seit sechs Jahren gibt, ist "eine Aneinanderreihung schöner Zufälle", wie sich Besitzer Heinrich Marcus erinnert. Zu Beginn der 90er Jahre kaufte er die ehemalige Maschinenfabrik. "Und als meine Mitarbeiter unten die Waschräume sanierten, fragten vorbeikommende Spaziergänger immer wieder, wie es denn mit Erfrischungen oder Kaffee und Kuchen aussehen würde." Als Heinrich Marcus dann noch zufällig dem ausgewiesenen Gastro-Könner Rudi Niedergethmann begegnete, war klar: "An der Ex-Eisenbahntrasse richten wir ein Lokal ein." An einem schönen Sommertag ist es mittlerweile schwierig, einen Sitzplatz zu ergattern. Dann tummeln sich Freizeitsportler, Flaneure und Hungrige - es gibt viele Fans der selbstgebackenen Kuchen und üppig portionierten gut bürgerlichen Mahlzeiten von Schnitzel bis Elsässer Flammkuchen, die Niedergethmann in seiner Küche zubereitet.

Auch bei unzuverlässigen Temperaturen hat das Lokal am Rad- und Wanderweg seinen Reiz. Denn in zwei beheizbaren Pavillons lässt es sich gut sitzen und von sportlichen Aktivitäten träumen. Und im Winter wird "oft im Saal gefeiert", wie Marcus erklärt.

Doch die Grundversorgung mit Essen von Salat bis Eisbecher und Liquidem mit Kaffee, Limo oder Bier nebst Feiermöglichkeiten sind nur ein Grund, die "Alte Kohlenbahn" aufzusuchen.

Pünktlich zu Saisonbeginn wurde der Sand auf dem Kinderspielplatz, in dessen Mittelpunkt eine knallrote Rutsche steht, erneuert. Denn während Mutti und Vati sich von Strapazen der Bewegung erholen, soll sich der Nachwuchs nicht langweilen müssen.

Am Fahrradfahrerbrunnen können Wasserflaschen aufgefüllt werden und begleitende Vierbeiner nutzen die von Besitzer Marcus ersonnene und entwickelte vollautomatische Hundetränke, die alle 30 Minuten mit frischem Wasser befüllt wird.

Übrigens denkt sich Heinrich Marcus nicht bloß Erfrischungen für Hunde aus, zu seinem Repertoire gehören auch Scherzartikel (Stichwort: Süßkoks) und Witze. Gäste dürfen ihn getrost ansprechen - nach eigenem Bekunden hat er "mindestens 300 Witze parat - von kirchentauglich bis deftig". Und weil die Gastwirtschaft am Radweg liegt, dreht sich vieles um genau dieses Gefährt. Außer dem Fahrradverleih soll in diesem Jahr auch der Service rund ums Rad erweitert werden.

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