Abschied: Letzter Tag für die Leiterin der GS Gennebreck

Abschied: Letzter Tag für die Leiterin der GS Gennebreck

Warum Judith Kurth wieder als ganz normale Lehrerin arbeiten will.

Sprockhövel. Gottesdienst, Spiele, Aufführung, teilweise auch noch Zeugnisausgabe - so klang am Mittwoch für die Sprockhöveler Schüler der letzte Schultag aus, bevor es in die von vielen ersehnten Sommerferien geht. Für die 248 Viertklässler der fünf Sprockhöveler Grundschulen hieß es gleichzeitig Abschied nehmen, denn sie besuchen nach den Ferien eine weiterführende Schule.

225 Erstklässler werden dann erwartet, es wird leerer in den Schulen, wobei gleichzeitig eine Verschiebung von den größeren zu den kleineren Grundschulen festzustellen ist.

Für Gennebrecks Schulleiterin Judith Kurth war es am Mittwoch nach insgesamt zehn Jahren ebenfalls der letzte Tag an der Schule. Sie geht auf eigenen Wunsch als "normale” Lehrerin an die Grundschule nach Witten-Annen. "Das hat nichts mit der Schule oder den Leuten hier zu tun", versichert sie, aber als Leiterin einer so kleinen Schule hat man viele Organisationsaufgaben zu leisten und muss dazu noch eine Klasse führen.” Da sei es manchmal schwer, den eigenen Ansprüchen zu genügen.

Nicht zuletzt durch die neuen Schulgesetze habe sich der Druck noch einmal erhöht. Die Aufhebung der Schulgrenzbezirke nennt sie als ein Beispiel. "Man wollte den Konkurrenzkampf schüren und hat das Gegenteil erreicht. Es geht ständig darum, sich zu Präsentieren und ja jede Aktion mitzumachen, das zehrt unheimlich viel Kraft für die eigentliche Unterrichtsarbeit auf." Für kleine Schulen gehe es teilweise um die Existenz, das habe auch das Klima in der Elternschaft beeinträchtigt. Das gelte auch für die neu eingeführten Noten nach der zweiten Klasse, die gestern erstmals wieder auf dem Zeugnis standen. "Da kriegen Eltern schon Angst, ihr Kind schafft das Abitur nicht, wenn es mal eine drei schreibt." Nun freue sie sich darauf, ihre Energie wieder voll für die Schulkinder verwenden zu können. Dass der Job eine Schulleiterin an kleinen Schulen nicht gerade beliebt zu sein scheint, beweist die Tatsache dass ihre Stelle inzwischen zum dritten Mal ausgeschrieben ist.

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