Sprockhövel: A-Jugend Bundesliga: TSG muss ausweichen

Sprockhövel: A-Jugend Bundesliga: TSG muss ausweichen

Keine Spiele Am Baumhof: Der DFB schreibt vor, dass nur auf Naturrasen gekickt werden darf. A-Jugend trägt ihre Spiele deshalb in Gevelsberg aus.

Sprockhövel. Schalke 04, BVB und Borussia Mönchengladbach: Namhafte Gegner warten auf die A-Jugendfußballer der TSG Sprockhövel, den frischgebackenen Aufsteiger in die Bundesliga. Aber die Spiele gegen diese Hochkaräter und die anderen Teams werden nicht im heimischen „Baumhof“ auf Kunstrasen, sondern in Gevelsberg stattfinden. Der Grund: „Der DFB schreibt vor, dass die A-Jugend-Bundesliga nur auf Naturrasen spielen darf“, erklärt TSG-Jugendleiter Jürgen Homburg.

Bürgermeister Ulli Winkelmann, der die tüchtigen Jungs nach dem letzten Spieltag zu sich ins Rathaus eingeladen hatte, schüttelt angesichts dieser Regularien verständnislos den Kopf: „Da findet die Weltmeisterschaft der Frauen ausschließlich auf Kunstrasen statt, Länderspiele der A-Nationalmannschaft hat es auch auf solchem Untergrund gegeben, und dann müssen unsere Jungs nach Gevelsberg ausweichen.“

Der Spielplan steht zwar noch nicht, die TSG hat aber noch eine Menge Probleme zu bewältigen, ehe die Meisterschaft am 16. August angepfiffen wird. Neben der „Verbannung“ vom Baumhof ist eine weitere Baustelle, eine schlagkräftige Truppe aufzubieten, die gegen die prominente Konkurrenz bestehen soll.

Die meisten der Jung-Talente müssen aus Altersgründen die A-Jugend in Richtung Seniorenbereich verlassen. 14 aus dem 23er-Kader sind es, von denen fast alle ihrem bisherigen Trainer Andrius Balaika in die Oberliga- Mannschaft der TSG folgen werden.

Im Gegensatz zu der Konkurrenz aus den Erstliga-Clubs sei man bei der TSG nicht in der Lage, Gehälter zu zahlen. „Da erhalten die Spieler in manchen Vereinen 1500 Euro pro Monat“, weiß Homburg. „Dafür haben wir nicht das Geld, weil keine Groß-Sponsoren da sind. Und das wollen wir auch nicht.“

Trotzdem werden seit Wochen junge Spieler aus der Umgebung bei der TSG auf ihre Bundesliga-Eignung getestet. Schließlich biete die höchste Klasse ja auch die reizvolle Gelegenheit, sich zu profilieren. „Wir sind zwar der Underdog, aber wir wollen auf keinen Fall in jedem Spiel untergehen“, ist der feste Vorsatz im Baumhof.

Dort wird übrigens als neuer A-Jugendtrainer der Bochumer Patrick Rohde zusammen mit seinem „Co“ Martin Klinge die Jungs viermal pro Woche zum Training auf den Kunstrasen bitten. Weil das dann natürlich wieder eine Umstellung zu den Spielen auf Naturrasen bedeutet, hofft man auf die eine oder andere Trainingseinheit auf echtem Gras bei Clubs in der Umgebung. „Daran arbeiten wir“, verspricht Homburg.

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