0:4: Erster Auftritt der TSG in Hagen geht daneben

0:4: Erster Auftritt der TSG in Hagen geht daneben

Sprockhövel. Bei seinem ersten in Hagen ausgetragenen Heimspiel hat die Mannschaft des TSG Sprockhövel gegen die bären-starke U 23 von Borussia Dortmund eine deutliche 0:4 (0:3)-Niederlage einstecken müssen.

Vor 3000 Zuschauern hatte die Truppe um Max Dudda nicht den Hauch einer Chance und hätte sich auch über eine höhere Pleite nicht beschweren dürfen. Offensichtlich war der Aufsteiger von der „kleinen gelben Wand“, die die etwa 1200 Dortmunder Ultras bildeten, zunächst doch eingeschüchtert.

Foto: Michael Hilgenstock

„Klar hat Dortmund eine hervorragende Mannschaft“, sagte TSG-Trainer Andrius Balaika mit Blick auf die beeindruckende Spielstärke des Bundesliga-Nachwuchses. Doch nach dem Geschmack des Coachs machte seine Hintermannschaft gerade zu Beginn schwere Anfängerfehler. „Das darfst du dir in der Regionalliga einfach nicht leisten“, kommentierte der 38-Jährige die ersten 20-Minuten der Partie schonungslos ehrlich.

Zu dem Zeitpunkt lagen die Sprockhöveler nach Toren von Massih Wassey (7.), Michael Eberwein (9.) und Hamadi Al Ghaddioui (18.) schon mit 0:3 hinten. Zu allem Überfluss verletzte sich dann auch noch der nach den frühen Treffern verunsichert wirkende Torhüter Robin Benz am Knöchel. Der Stammkeeper wurde sofort ins Krankenhaus gefahren.

Sven Möllerke, der für Benz zwischen die Pfosten kam, gelang mit einem Reflex ein Einstand nach Maß. „Der hat fantastisch gehalten und bewiesen, dass wir zwei gute Torleute haben“, sagte Coach Balaika zu der Leistung seines Keepers. Wobei der Schlussmann zugab: „Am Anfang war ich nervös, aber nach den ersten Bällen gewann ich immer mehr an Sicherheit.“

Das war auch nötig. Alleine in den letzten Minuten vor der Pause verhinderte Möllerke mehrfach einen größeren Rückstand. „Obwohl sie deutlich hinten sind, geben die TSGler sich nicht auf und kämpfen weiter. Das gefällt mir“, fand der Hagener Schiedsrichter Friedhelm Backer den Auftritt des Aufsteigers dennoch gut.

Auch Wilfried May lobte den Kampfgeist der „Gast-Gastgeber“. Mit seiner Familie kam der Dortmund-Fan aus Hagens Stadtteil Boelerheide extra zu Ischeland. „Wenn wir hier durch die TSG solche Fußballfeste bekommen, muss man das doch unterstützen“, erklärte der Familienvater, der sich auch nicht vom Ergebnis stören ließ.

Balaika sah das anders. Der Litauer änderte zu Beginn der zweiten Hälfte seine Taktik und ließ seine Abwehr mit einer Fünferkette spielen. Die Idee des Fußballlehrers ging auf. Auch wenn sein Team das 0:4 (55.) durch den Neu-Nationalspieler Marokkos, Al Ghaddioui, aus zentraler Position nicht verhindern konnte, ließ sie nicht mehr viel zu.

Zudem zählte Möllerke mit seinen Paraden zu den wenigen Gewinnern im TSG-Team. „Wir wollten im zweiten Durchgang hier nicht untergehen und beweisen, dass wir mithalten können. Das ist uns gegen so einen starken Gegner dann auch gelungen“, analysierte Dudda nach dem Abpfiff.

Während die Mannschaft in den Dortmundern ihren Meister fanden, hatten die Meisters aus der TSG-Führungsriege während der ganzen Veranstaltung alle Hände zu tun. „Ich habe nur den Anpfiff und eine Eckenausführung vom ganzen Spiel gesehen“, berichtete Schatzmeister Jürgen Meister, der sich mit dem Ablauf der Organisation alles in allem zufrieden zeigte.

Sein Bruder Ulli beobachtete die Abläufe im Stadion ganz genau. „Das ist für uns die erste Veranstaltung in dieser Größenordnung. Daher schauen wir, was wir optimieren können“, erklärte der starke Mann des Vereins. Allerdings dürfte bei der Auswertung das Positive überwiegen. Neben dem neu aufgestellten Zuschauerrekord sorgte auch die Rückkehr von Robin Benz zum Spielende mit der Nachricht, dass „nichts gebrochen ist“, für einen versöhnlichen Ausklang TSG-Fußballfestes in Hagen.

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