Creditreform Solingen in Sorge Pleitewelle trifft bergische Großstädte

Bergisches Land · Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform sieht für Solingen, Remscheid und Leverkusen mehr Insolvenzen und zugleich ein nachlassendes Neugründungsgeschäft. Welche Auswirkungen das auch auf die Klingenstadt hat.

(uwv) Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Region der Großstädte Solingen, Remscheid und Leverkusen ist im vergangenen Jahr in die Höhe geschnellt. Die auch für Haan zuständige Wirtschaftsauskunftei Creditreform Solingen verzeichnete einen Zuwachs um satte 35,8 Prozent. 220 unternehmerische Insolvenzverfahren wurden in 2023 demnach eröffnet. Im Jahr zuvor waren es 162 Verfahren. „2400 Arbeitsplätze sind in der Region durch die Insolvenzen gefährdet“, sagt Creditreform-Geschäftsführer Ole Kirschner.

Rezession, Inflation, Zinswende und eine weltwirtschaftliche Schwächephase: Die deutsche Wirtschaft hatte schon bessere Zeiten. Und auch im laufenden Jahr wird die Wirtschaft aller Voraussicht weiter schrumpfen – um 0,4 Prozent laut Experten. „Das macht sich im Insolvenzgeschehen bemerkbar“, sagt Ole Kirschner. Allerdings unterschiedlich in den von Creditreform untersuchten Städten.

Den drittletzten Platz unter den elf Städten in der Region nimmt dabei die Klingenstadt mit 63 Insolvenzen ein. Das ergibt einen Pleitenindex von 1,33. Werte über 1,0 weisen auf eine überdurchschnittliche, Indizes unter 1,0 eine unterdurchschnittliche Insolvenzneigung hin. Deutlich unter dem Durchschnitt liegt dagegen Haan mit einem Index von 0,47; zugleich nach Wermelskirchen (0,29) und Burscheid (0,38) auf Rang 3 der Bestenliste.

In Solingen führten 2023 die Eröffnung der Insolvenzverfahren der Kplus Gruppe mit zusammen mehr als 600 Beschäftigten zum Anstieg. 2022 hatte Solingen noch einen unterdurchschnittlichen Pleitenindex von 0,96. Grundsätzlich, so Ole Kirschner, sinkt die Anfälligkeit für Insolvenzen von Firmen, wenn sie länger als zehn Jahre am Markt bestehen.

„Luft nach oben“ sieht Creditreform Solingen bei der Gründung neuer Firmen. Immerhin: In Solingen ist ein Zuwachs an wirtschaftsaktiven Unternehmen zu verzeichnen. Etwa 1300 Neugründungen stehen hier einer deutlich gesunkenen Zahl an Abmeldungen gegenüber, so dass unter dem Strich 80 Selbstständige mehr zu verzeichnen sind. In Remscheid deuten die Zahlen der Creditreform Datenbank darauf hin, dass sich der Abwärtstrend der Vorjahre stabilisiert. 900 Neugründungen und 790 Gewerbeabmeldungen ergeben einen positiven Saldo von 110.

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform kommt angesichts der deutlichen Zunahme von Firmenpleiten einerseits und nachlassenden Gründungsaktivitäten in der Regionzu dem Schluss: „Die Situation der Unternehmen wird schwieriger.“

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