1. NRW

SF Baumberg: Sportfreunde feiern unnötig komplizierten Sieg

Fußball : Sportfreunde müssen am Ende noch zittern

In der Oberliga kam Baumberg zu einem 4:3-Erfolg. Monheim siegte 4:0 in Bocholt, Ratingen unterlag 1:2 beim SC Velbert, Hilden mit 0:2 bei TuRU Düsseldorf.

Vor der Partie gegen den Tabellenletzten Sportfreunde Niederwenigern hatte Salah El Halimi einen Sieg gefordert – und zwar „egal wie“. Die Oberliga-Fußballer der Sportfreunde Baumberg nahmen ihren Trainer beim Wort, denn nach einer hektischen zweiten Halbzeit setzte sich der Vorjahreszweite knapp mit 4:3 (4:1) durch. „In der ersten Halbzeit haben die Jungs das wirklich sehr gut gemacht, da kann sich Niederwenigern auch nicht beschweren, wenn wir zur Pause 6:1 führen. Aber wir hätten entweder früher die Tore machen müssen oder hätten uns im zweiten Durchgang nicht von der Hektik anstecken lassen dürfen. So sind wir am Ende froh, dass wir das Spiel gewonnen haben – auch, wenn wir das deutlich einfacher hätten haben können“, sagte El Halimi nach dem ersten „Dreier“ nach zuvor drei sieglosen Spielen.

Im ersten Durchgang hatten die Baumberger gezeigt, was eigentlich in ihnen steckt. Von der ersten Minute an gaben die Gastgeber den Ton an und hatten durch Tim Knetsch die erste gute Gelegenheit, als der Offensivmann nach Vorlage von Ali Daour knapp vorbei zielte (7.). Kurz darauf hatte erneut Daour seine Füße im Spiel, doch nach seiner Ablage scheiterte Robin Hömig aus dem Rückraum an Gästetorhüter Hendrik Zimmermann (9.). Nach dem überraschenden 0:1-Rückstand – SFB-Verteidiger Patrick Jöcks war nach einer scharfen Hereingabe ein Eigentor unterlaufen (10.) – hätte bei den Sportfreunden das Nervenflattern anfangen können. Doch stattdessen hatten die Hausherren die perfekte Antwort parat, als Roberto Guirino Tim Knetsch bediente und dieser die Führung der Gäste sofort egalisierte – 1:1 (13.).

Wenig später gingen die Baumberger verdient in Führung: Hömig schickte Knetsch mit einem Steilpass auf die Reise, der das 2:1 von Guirino mustergültig vorbereitete (19.). Damit gaben sich die Sportfreunde allerdings keineswegs zufrieden, denn drei Minuten darauf legte Louis Klotz sogar das 3:1 nach (22.). Vorbereiter war Ben Harneid, der sich in der Vorwoche bei Schwarz-Weiss Essen das Nasenbein gebrochen hatte und mit einer Schutzmaske spielte.

Sein Einsatz war nicht nur wegen der Vorlage zum 3:1 für die Sportfreunde ein echter Glücksfall, denn das 4:1 erzielte Harneid sogar selbst, als er nach einem Kopfball von Jörn Zimmermann den Abstauber über die Linie drückte (26.). Damit schienen die Hausherren endgültig auf der Siegerstraße angekommen zu sein. Die Tatsache, dass die Sportfreunde nach weiteren Chancen durchaus hätten höher führen können, fiel zunächst nicht ins Gewicht. Zu eindeutig verlief die Partie bis zum Pausenpfiff.

Das sollte sich im zweiten Abschnitt allerdings deutlich ändern. Die Gäste legten nun eine ausgesprochen harte Gangart an den Tag und auch Baumberg ließ sich davon anstecken. Es resultierte ein Spiel mit viel Kampf und wenig Fußball, das die Sportfreunde aber weiterhin im Griff zu haben schienen.

Der Bruch folgte in der 57. Spielminute: SFB-Kapitän Klotz war von seinem Gegenspieler von hinten angegangen worden und auf den Kopf gestürzt. Nach einer achtminütigen Behandlungspause musste der zwischenzeitlich bewusstlose Mittelfeldmann mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden. Kurz darauf verkürzten die Gäste nach einer misslungenen Kopfballabwehr von Takuma Misumi auf 2:4 (64.) und kamen nach einem Ballverlust von Barkin Cömert auf 3:4 heran (69.). Letztendlich brachten die Baumberger die knappe Führung mit Glück und Geschick über die Bühne – auch, weil der zurückgekehrte Keeper Daniel Schwabke noch zwei Großchancen von Niederwenigern weitere Gegentreffer vereitelte (75./86.). mroe

Erster Schuss aufs 04/19-Tor war direkt Führungstreffer für Velbert

Alfonso del Cueto hat ein Signal gesetzt. Der Trainer wechselte für die Partie von Ratingen 04/19 beim Tabellenvorletzten SC Velbert auf der Torwartposition, für Stammkeeper Dennis Raschka stand Almantas Savonis zwischen den Pfosten. Der 22-Jährige erlebte ein ärgerliches Saison-Debüt: Gleich der erste Schuss auf sein Tor war drin. Und auch beim zweiten Gegentor war Savonis chancenlos, Mike Lewicki staubte am zweiten Pfosten völlig frei ab. Da die Ratinger nur durch einen Foulelfmeter, den der erst 19-jährige Tim Potzler sicher verwandelte, trafen, ging die Partie verloren. Das Signal, das del Cueto gesetzt hatte, war verpufft.

Savonis hatte sich noch zweimal auszeichnen können und eine höhere Niederlage verhindert, als er sowohl gegen den frei durchgebrochenen Velberter Kapitän Adrian Jeglorz zur Stelle war als auch den Schuss von Schulz noch aus dem Winkel fischte. Von Savonis’ Vorderleuten kam indes erst wenig und dann viel zu wenig. Erschreckend durfte aus Ratinger Sicht der Umstand gewesen sein, dass der Vorletzte den Gästen auch spielerisch überlegen war. Es war über weite Strecken ein sehr ideenloser Vortrag von 04/19, vor allem nach dem 1:2-Rückstand. Da brachte del Cueto zwar mit drei Wechseln frischen Wind in die Offensive und beorderte auch Kapitän Phil Spillmann aus der Innenverteidigung nach vorne, zwingend wurde es aber nicht mehr. Da standen dann zeitweise sechs Ratinger auf einer Linie am Strafraum der Velberter, die aber wenig Mühe hatten, die einfallslosen langen Bälle zu verteidigen. Höhepunkte gab es aus Sicht der Gäste eigentlich nur zwei: Der eine war die Flanke, die der auffällige Tobias Peitz in den Strafraum schlug und die der kampfstarke Emrah Cinar auf Moses Lamidi verlängerte, der elfmeterreif gefoult wurde vor dem 1:1. Der zweite war der Pfosten-Schuss in der 60. Minute von Mittelfeldspieler Emre Demircan, der wieder nachhaltig zeigte, warum er derzeit vor Routinier Erkan Ari die Nase vorn hat. Das war es dann aber auch schon an positiven Offensiv-Szenen.

So war del Cueto nach dem Spiel „enttäuscht“, wie er zugab. „Wir haben verdient verloren, weil wir vor allem in der zweiten Halbzeit zu wenig gezeigt haben. Wir hatten ja kaum Torchancen“, sagte der Trainer und ergänzte: „Da rennen alle nach vorne und verlieren die Geduld. So waren wir nicht in der Lage, Torchancen zu kreieren. Wie gegen Cronenberg – wir bauen den Gegner wieder auf.“ Gemeint war das Heimspiel vor drei Wochen, das gegen das Kellerkind 1:2 verloren ging. ame

Monheimer Partie beginnt wegen einer Polizeikontrolle verspätet

Die Fußballer des FC Monheim haben erneut den Nachweis erbracht, weshalb sie derzeit eine Oberliga-Spitzenmannschaft stellen. Beim FC Bocholt nahmen die Monheimer in den vergangenen Jahren kaum Punkte mit, gingen dieses Mal jedoch klar mit 4:0 (2:0) als Sieger vom Platz. „Nach den ganzen Widrigkeiten im Vorfeld hier in Bocholt mit 4:0 zu gewinnen – das ist ein Statement. Das musst du erstmal schaffen“, sagte Monheims Trainer Dennis Ruess.

Die Vorbereitung auf die Partie beim bisherigen Tabellenfünften verlief für den FCM tatsächlich nicht optimal: Aufgrund polizeilicher Kontrollen zum Ferienende wurde der Monheimer Mannschaftsbus temporär aus dem Verkehr gezogen. 35 Minuten zog sich die Kontrolle hin, sodass die Gäste erst eine halbe Stunde vor Anstoß in der Bocholter Arena ankamen. Zeugwart Björn Ewert war im privaten Pkw unterwegs und hatte für die Verspäteten bei deren Ankunft bereits alles vorbereitet. Weil die Monheimer ihre Besprechung schon im Bus machten, konnte die Partie mit nur 15-minütiger Verspätung angepfiffen werden.

Der FCM wirkte dennoch hellwach und ging früh durch Dennis Ordelheide in Führung (17.). Nachdem FCM-Torhüter Björn Nowicki nach einer Bocholter Ecke toll pariert hatte (18.), bewiesen die Monheimer einmal mehr ihre Stärke bei Standardsituationen: Tobias Lippold brachte eine Ecke scharf herein, und Chris Lange versenkte den Ball zum 2:0 (22.). Noch besser kam es für den FCM nach einer guten halben Stunde: Philip Lehnert hatte sich im Zentrum durchgetankt und wurde von Bocholts Arman Corovic mit einer Notbremse gestoppt (33.) – der Schiedsrichter zückte die Rote Karte. Kurz vor der Pause hatten die Gäste noch einmal Glück, als ein Bocholter Kopfball gegen die Latte prallte (45.).

Nach dem Seitenwechsel wussten die Monheimer ihre Überzahl auszuspielen, standen stabil und setzten nach vorne die entscheidenden Nadelstiche. Der eingewechselte Daud Gergery erhöhte auf 3:0 (56.). Das Tor des Tages bildete den Schlusspunkt hinter einer starken Monheimer Leistung: Nach fabelhaftem Direktspiel über mehrere Positionen landete das Spielgerät bei Julian Meier, der den Ball vom langen Pfosten aus über den Keeper hinweg ins Tor hob (76.). mroe

Hildener können nicht an
gute erste Halbzeit anknüpfen

In der Vorwoche hatte der VfB Hilden mit dem 4:2 gegen Meerbusch noch einen guten Schritt aus der Gefahrenzone heraus gemacht, doch nun musste sich das Team von Trainer Marc Bach beim Tabellennachbarn TuRU Düsseldorf mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. „Das ist für uns maximal enttäuschend. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, machen aber leider die Tore nicht. Und am Ende bestrafen uns die Düsseldorfer. Das ist ein Spiel, das du eigentlich nicht verlieren darfst“, sagte Bach. Im Vergleich zur 0:2-Pleite im Niederrheinpokal in Velbert am Mittwoch hatte der VfB-Coach seine Mannschaft auf zwei Positionen verändert: Kapitän Stefan Schaumburg (Probleme am Fuß) fiel aus, Pascal Weber (zuvor erkältet) kehrte zurück, der 20-jährige Serdar Ogün ersetzte in der Abwehr Simon Metz. Insgesamt stellten die Hildener in Düsseldorf mit den erst 19-jährigen Nick Sangl, David Szewczyk und Oliver Krizanovic eine extrem junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von knapp über 22 Jahren aufs Feld. „An den Jungs hat es aber definitiv nicht gelegen“, sagte Bach.

Auf dem Naturrasenplatz in Düsseldorf machten es die Hildener im Grunde gar nicht schlecht. Die Gäste gaben den Ton an, blieben aber vor dem TuRU-Gehäuse zu harmlos. Bitter für die Hildener: Mittelfeldmann Szewsczyk musste nach einer halben Stunde mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden. Nach einer knappen Stunde kam TuRU vor das Gehäuse von Hildens Keeper Marvin Oberhoff, spielte den Ball noch einige Male ohne große Gegenwehr der Gäste quer und netzte dann zum 1:0 ein (57.). „In so einer Situation geht es darum, das eigene Tor mit Herz und Leidenschaft zu verteidigen. Das haben wir nicht gemacht und mussten dann hinterherlaufen“, so Bach.

Das 2:0 für Düsseldorf fiel nach einem Hildener Freistoß, den die TuRU mit einem Konter beantwortete (73.). Hildens Topscorer Talha Demir sah in der Schlussphase wegen wiederholten Foulspiels auch noch die Ampelkarte (81.). mroe