Sexismus-Debatte um Plakat in Düsseldorf - Das sagt die Sportlerin

Aufregung um Plakat : Das sagt die Sportlerin auf dem Plakat zur Sexismus-Debatte in Düsseldorf

Sandi Morris’ Hinterteil wird überklebt. Die Athletin selbst hat sich jetzt dazu geäußert.

. Um die Rückansicht von Stabhochspringerin Sandi Morris hat sich in der NRW-Landeshauptstadt eine Sexismus-Debatte entsponnen. Wie diese Zeitung zuerst berichtete, wurde ein Leichtathletik-Meeting mit einem Bild der US-Amerikanerin und dem Slogan „Finale Oho!“ beworben. Das stieß manchem auf, die Plakate werden nun überklebt. Morris selbst findet das schade, wie die 26-Jährige in einem sozialen Netzwerk schreibt: „Dieses Bild zeigt einen starken weiblichen Athleten.“

„Wir bekommen Optionen für unsere Sportbekleidung und ich habe mich entschieden, diese zu tragen, weil sie die bequemste ist“, erklärt Sandy Morris. „Ich wurde nicht dazu gezwungen und fühle mich gut darin.“

Sportlerin fühlte sich geehrt, dass ihr Bild aufs Plakat sollte

Sandi Morris bei einem vorigen Besuch in Düsseldorf. Die Sportlerin wünscht sich mehr Offenheit. Foto: Young

Auch habe der Veranstalter des Düsseldorfer Sportevents sie gefragt, ob das Motiv für die Werbung in Ordnung sei – und habe sich angesichts der vielen anderen großartigen Sportler bei den Event geehrt gefühlt. „Ich möchte nicht naiv klingen“, stellt die Amerikanerin klar. „Denn glaubt mir: Ich bin mir bewusst, dass es Sexismus im Sport gibt und dass er überall ist. Dies ist allerdings kein Beispiel dafür.“

In Düsseldorf sah das ein CDU-Ratsherr anders, die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt schloss sich ihm an – die für Sportevents zuständige Stadttochter reagierte und kündigte an, die Plakate zu entfernen. Statt Morris’ Rücken ist das Gesicht eines Kugelstoßers zu sehen.

Morris wünscht sich eine Welt, in der jeder trägt, was er mag

Für Sandi Morris zeigt zwar nicht das Werbemotiv, wohl aber die Debatte darum gesellschaftliche Probleme auf. Denn sexistisch sei es in ihren Augen auch, Frauen das Gefühl zu geben, dass es nicht in Ordnung sei, ihre Körper in irgendeiner Weise zu enthüllen – nicht einmal in einem praktischen Sportdress. „Ich denke, der wirkliche Umschwung in unserer Gesellschaft wird kommen, wenn Menschen lernen können, das Bild einer Frau zu betrachten, ohne es in ihren Gedanken zu sexualisieren.“

Andererseits gebe es Sportkolleginnen, die sich für eine bedeckendere Kleidung entschieden und dafür Häme der Fans ernteten. Und wenn Männer so kurze Shorts tragen würden, wie Frauen bisweilen auf der Straße, würden sie automatisch als schwul gelten. „Was ich gern sähe, wäre eine Welt, in der Frauen sich bedecken oder enthüllen können – und Männer ebenso –, ohne dass es Spott gibt.“

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