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NRW: Rheingold feiert Premiere auf dem Gründgens-Platz

NRW : Rheingold feiert Premiere auf dem Gründgens-Platz

Das Schauspielhaus hat seine Freiluftbühne in Betrieb genommen – und darf wegen der Lockerungen mehr Karten verkaufen.

Es wird wieder Theater in Düsseldorf gespielt – und das Schauspielhaus ließ sich auch nicht von erschwerten Bedingungen zur Premiere am Donnerstag abbringen. Zu denen zählten nicht nur die Vorschriften zum Coronaschutz, unter denen die Open-Air-Bühne auf dem Gustaf-Gründgens-Platz erlaubt worden ist. Die Blicke der Verantwortlichen richteten sich angesichts des Dauerregens der letzten Tage und noch des Vormittags sorgenvoll auf den Himmel – und ihre Wetter-Apps.

Noch während Intendant Wilfried Schulz rund 45 Minuten vor Beginn der Aufführung  den Schauspielern „toi, toi, toi“ wünschte, ging ein kräftiger Schauer nieder. Dass man sich in diesem kalten Mai bei einer fast dreistündigen Freiluftaufführung (inklusive Pause) etwas dicker anziehen muss, wussten die 200 Besucher – schließlich hatte das Schauspielhaus zur „wetterfesten Kleidung“ geraten und zudem Regen-Ponchos bereitgelegt. Die Vorfreude nach so langer Theaterpause war spürbar – und neben dem Wetter das beliebteste Gesprächsthema. 

Flugzeugteile als Bühnenbild
für mehrere Inszenierungen

Nach mehr als einem halben Jahr Zwangspause startet das Schauspielhaus gleich mit einer Besonderheit. Auf dem Gustaf-Gründgens-Platz, dessen Neugestaltung in diesen Tagen fertiggestellt wird, steht den Sommer über eine Zuschauertribüne. Eine Künstlergruppe hat den Theatervorplatz, den sich das Schauspielhaus nun unter anderem mit dem Lieferanteneingang des neuen Kö-Bogen-Geschäftshauses und einem gläsernen Pavillon mit einer Eisdiele teilt, mit Flugzeugteilen versehen. Die bewegliche Installation samt Tribüne dient verschiedenen Inszenierungen als Bühnenbild, unter anderem dem im Juni startenden Festival „Theater der Welt“.

Zum Auftakt gab es eine Uraufführung: Die Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel haben sich an eine Neuerzählung des „Rheingold“-Stoffes gewagt, der vor allem durch Richard Wagner bekannt ist. Regisseur Roger Vontobel setzte das Stück gemeinsam mit einem 14-köpfigen Ensemble, jungen Skatern und einer Band in Szene.

Mit Blick auf den Infektionsschutz wurden die Zuschauer auf Abstand platziert, die Zahl der Ehrengäste war bewusst gering gehalten. Unter ihnen waren Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU), die Autoren und einige Mitglieder des Aufsichtsrats. 

Wer zuschauen wollte, musste einen aktuellen Schnelltest vorweisen, den man direkt im Schauspielhaus machen konnte. Statt einer großen Premierenfeier war nach der Vorstellung nur ein kurzes Zuprosten auf Abstand geplant. Intendant Schulz findet das nebensächlich: „Spielen ist jetzt wichtiger.“

Das Theater sieht sich im Einklang mit der Natur. Bei einer Voraufführung war über der Bühne ein Regenbogen zu sehen, ein anderes Mal kam in einem dramaturgisch passenden Moment Wind auf. Und die Zeichen stimmen freudig: Das Wetter soll deutlich besser werden – und der Coronaschutz wird dank sinkender Neuinfektionszahlengelockert. Nun treibt es auch das Junge Schauspielhaus vor die Tür. Wie am Donnerstag bekannt wurde, feiert in einer Woche „Fleders fantastische Reise“ für Kinder ab 5 Jahren Premiere, ebenfalls im Freien.