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Trickbetrug: Aufgepasst bei falschen Enkeln

Trickbetrug: Aufgepasst bei falschen Enkeln

Immer wieder werden Menschen Opfer von Trickbetrug.

Rhein-Kreis Neuss. Mit erschreckender Regelmäßigkeit gibt die Polizei im Rhein-Kreis Neuss fast dieselben Meldungen heraus: „Warnung vor Enkeltrick“, „Trickdieb machte Beute“ oder „Russischer Schockanruf — Täter machten Beute“ lauten dann die Überschriften.

Erst in dieser Woche wurden in Korschenbroich und Dormagen russische Senioren angerufen — mit dem „russischen Schockanruf“. Die Masche: Aufgeregt gibt der Anrufer vor, ein naher Verwandter in Russland zu sein. Dem Angerufenen wird vorgegaukelt, dass etwas Schlimmes passiert sei, wodurch der Anrufer angeblich in Geldnot sei. Willigt das Opfer ein zu helfen, kommt ein Unbekannter vorbei, um Geld abzuholen — manchmal kommen die dreisten Täter zum Abheben sogar mit zur Bank. In Korschenbroich gelang das am Dienstag. Dort verlangten die Täter 20 000 Euro. In Dormagen klappte es nicht. Das Opfer informierte die Polizei.

Im Jahr 2011 gab es insgesamt 6085 Betrugsfälle im Rhein-Kreis Neuss. Darin sind alle Betrügereien enthalten — vom falschen Spendensammler bis zur Internetabzocke. Für das vergangene Jahr liegen noch keine Zahlen vor. Von einer Zunahme der Trickbetrügereien kann Polizeipressesprecher Hans-Willi Arnold nicht sprechen. „Uns ist aber aufgefallen, dass sich die Täter einen oder zwei Tage lang auf eine Kommune konzentrieren. Danach machen sie in der nächsten Stadt weiter“, sagt Arnold.

Für die Polizei ist es schwierig. Zwar lag die Aufklärungsrate in Sachen Betrug 2011 bei 81 Prozent, aber es ist nicht leicht, einen Anrufer zu schnappen. Die Telefonate kommen in der Regel aus dem Ausland. Die Person, die die Beute holt, gibt vor nichts zu wissen. „Die Täter sagen dann, sie sind angesprochen worden, ob sie für 50 Euro etwas abholen“, sagt Arnold. Die Polizei muss ihnen aber die Schuld nachweisen.

Die Beamten gehen zumeist von kriminellen Gruppen aus, die sich spezialisieren. „Sie schauen nach Menschen mit älter klingenden Namen“, sagt Arnold. Gerade Senioren sollten deshalb aufpassen. Arnold rät: „Am besten versuchen sie, Kontakt zu richtigen Verwandten aufzunehmen, um zu erfragen, ob die Geschichte stimmt.“

Angehörige sollten warnen. Das Kommissariat für Prävention und Opferschutz ist zudem in Seniorengruppen unterwegs und klärt auf.