Statistik: Weniger Obdachlose in Dormagen

Der Hauptgrund ist ein entspannter Wohnungsmarkt.

Statistik: Weniger Obdachlose in Dormagen
Foto: Archivfoto: Endermann

Dormagen. Die Bilder vor allem in den Großstädten gleichen sich: Männer und Frauen, die sich täglich an bestimmten Ecken treffen, bei Wind und Wetter, oft fehlt die nötige wärmende Bekleidung. Wenn Obdachlose in städtischen Unterkünften die Nacht verbracht haben, müssen sie morgens raus auf die Straße. In Dormagen ist die Situation eine andere, versichern Fachbereichsleiterin Martina Hermann-Biert und Wiljo Katers, Leiter Soziales Wohnen bei der Stadt.

„Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist entspannt“, sagt Hermann-Biert, „es gibt mehr Leerstand, dann müssen die Vermieter toleranter sein.“ Das ist der Hauptgrund dafür, dass die Zahl der Obdachlosen, die in städtischen Wohnheimen untergebracht sind, von 112 im Jahr 2008 auf 31 gesunken ist. „Ein klarer Erfolg unserer Präventionsarbeit“, sagen sie.

In Dormagen sind viele Akteure, zum Beispiel Wohnungsgesellschaften, vernetzt. In einer Art „Frühwarnsystem“ werden die Experten der Fachstelle Soziales Wohnen eingeschaltet, wenn sich abzeichnet, dass jemand seine Miete nicht mehr zahlen kann. „In gemeinsamen Gesprächen versuchen wir, eine einvernehmliche Lösung zu erreichen, was auch oft gelingt“, sagt Katers.

Aktuell ist die Lage in der Stadt so, dass in den beiden Wohnheimen 13 Männer, fünf Frauen, eine Familie mit vier Kindern sowie weitere alleinerziehende Mütter leben. „Vor allem die Situation der Frau mit ihren fünf Kindern ist schwierig“, sagt Hermann-Biert. „Sie will nicht aus dem Wohnheim ausziehen. Aber das schaffen wir noch.“ Angst vor dem Neuen, den Wechsel nicht zu schaffen, spielt oft eine Rolle. Um diese Familie und vor allem die Kinder sowie um die anderen Obdachlosen kümmern sich Mitarbeiter aus dem Rathaus. „Sofern sie es denn zulassen“, so Katers.

Er berichtet, dass zurzeit zwölf Familien gefährdet sind, ihre „normale“ Wohnung zu verlieren, „dort ist eine intensive Betreuung notwendig, damit dies nicht geschieht.“ Sind Obdachlose nur auf der Durchreise, dann erhalten sie in einem der beiden Heime eine Notschlafstelle.

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