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Schlossfrühling: Hasen, historische Rosen und „fliegende Fische“

Schlossfrühling: Hasen, historische Rosen und „fliegende Fische“

Neues Konzept lockt nicht nur Pflanzenliebhaber nach Jüchen.

Rhein-Kreis Neuss. Der Pflanzenmarkt zu Ostern hat auf Schloss Dyck Tradition. Auch von weiter her kommen die Gartenliebhaber, weil man dort eine Auswahl findet, die im Gartenmarkt nebenan nicht zu bekommen ist. In diesem Jahr allerdings wurde das Sortiment der Stauden, Knollen und Minibäumchen durch „fliegende Fische“, schicke Mode und andere Lifestyle-Ware ergänzt. Der österliche Gartenmarkt heißt jetzt Schlossfrühling und sollte auch diejenigen begeistern, die nicht unbedingt nach seltenen Rosensorten suchen.

„Es ist zunächst ein Versuch“, sagt Stiftungsmitarbeiterin Ulla Illbruck, die die Märkte von Schloss Dyck organisiert. Denn in den vergangenen Jahren seien Klagen laut geworden, dass nur Pflanzenliebhaber am Osterwochenende auf ihre Kosten kommen würden. Also wurde umgedacht und aus bisher 40 rund 100 Stände.

Darunter waren alte Bekannte, wie „Gewürzwerk“ aus München mit seinen exotischen Senfs, die man schon vom Weihnachtsmarkt kennt. Aber auch manches Ungewöhnliches: Wie gestrandete Welse aus Metall aus der Werkstatt Tancho oder die fliegenden Fische, die Claudia und Bernd Rich aus Kaarst neben anderen Windspielen entworfen haben.

Schwerpunkt bleibt aber weiterhin der Pflanzenbereich. Zum ersten Mal dabei war Helmut Gotthardt mit einer Sammlung historischer Rosen aus der Zeit von 1800 bis 1850. „Die blühen nur einmal im Jahr, duften dafür aber stark“, schwärmt der ehemalige Sozialarbeiter, der einen Tag nach Tschernobyl seinen Beruf an den Nagel gehängt hat und in die Biolandwirtschaft eingestiegen ist.

Gleich daneben warten Setzlinge von 250 verschiedenen Tomatensorten auf Käufer. Der Biolandbetrieb Dieter Haas hat sie aus Wertheim am Main mitgebracht und der kundige Verkäufer kennt die Vorzüge jeder Sorte.

Erstmals ohne Stände ist die Orangeriehalbinsel. „Wir haben sie bewusst freigelassen, damit man die Tulpenpracht hier bewundern kann“, sagt Illbruck. Doch die Tulpen zeigen angesichts der frostigen Temperaturen noch kaum eine Blüte. Die einzigen Farbtupfer sind die Ostereier, die von freundlichen Osterhasen-Helfern auf der Halbinsel versteckt wurden. Denn auch das war eine Neuerung: Auf dem Gelände waren verkleidete Hasen unterwegs, die immer wieder Ostereier versteckten.

Als auch noch die Gruppe „Kabellos“ mit Trommel, Kontrabass, Saxofon und Gitarre durch den Park zieht, kommt nach dem langen Winter endlich so was wie Frühlingsstimmung auf.