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Rhein-Kreis Neuss: IHK legt "Gewerblichen Mietspiegel 2021" vor

Preise im Rhein-Kreis Neuss : IHK legt Mietspiegel für Gewerbe vor

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein hat ihren „Gewerblichen Mietspiegel 2021“ vorgelegt. Er bietet Orientierungswerte mit Blick auf Einzelhandels-, Büro-, Lager- und Produktionsflächen.

Wer eine Einzelhandelsfläche in 1a-Lage in Neuss mieten möchte, muss dafür – je nach Größe – mit bis zu 35 Euro pro Quadratmeter rechnen. Das geht aus dem „Gewerblichen Mietspiegel 2021“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein hervor. Eine 1a-Lage ist dabei durch hohe Passantenfrequenz, dichten Geschäftsbesatz (inklusive großflächiger Waren- und Kaufhäuser) und ein innenstadttypisches Sortiment (Bekleidung, Lederwaren, Schuhe, Bücher etc.) gekennzeichnet, das durch einzelhandelsnahe Dienstleistungen ergänzt wird.

Die Angaben im Mietspiegel der IHK beziehen sich auf die Nettokaltmiete. Die umfasst den Mietpreis, der für die Räumlichkeiten ohne Neben- oder Betriebskosten und Steuern an den Vermieter zu zahlen ist. Dabei beziehen sich die angegebenen Mietpreisspannen jeweils auf eine Neuvermietung. Mietpreisfortschreibungen können laut IHK auch erheblich von den Werten der Neuvermietung abweichen.

Im Wesentlichen decken sich die im „Gewerblichen Mietspiegel“ vorgelegten Zahlen mit jenen aus dem Preisspiegel der Neusser Immobilienbörse (NIB), einem Zusammenschluss von Maklern und weiteren Immobilienexperten – nicht nur bei den 1a-Lagen. Ähnlich ist es auch mit Blick auf die 1b-Lagen (je nach Lage bis zu 20 Euro pro Quadratmeter). Bei den Büromieten nennt der Preisspiegel der NIB je nach Lage und Ausstattung rund 13 Euro pro Quadratmeter, der „Gewerbliche Mietspiegel“ der IHK bleibt mit bis zu 12,50 Euro knapp darunter. Die Werte bieten eine Orientierung und spiegeln die Marktlage; je nach Lage, Immobilie und Ausstattung können sie sich merklich unterscheiden.

Der „Gewerbliche Mietspiegel“ bietet einen Blick auf die Preisentwicklung im gesamten IHK-Bezirk. Dazu zählen neben dem Rhein-Kreis Neuss auch Mönchengladbach, Krefeld und der Kreis Viersen. Zudem greift er auch Lager- und Produktionsflächen auf.

Der energetische Standard fließt in die Orientierungswerte mit ein

Er gibt für Gewerbeimmobilien in den zugehörigen Kommunen Orientierungswerte in Form von Spannweiten an, die auf den unterschiedlichen Rahmenbedingungen fußen. Neben Lage, Zustand und Ausstattung fließt auch der energetische Standard ein. Bei den Einzelhandelsflächen im Kreis werden demnach in 1a-Lage mit bis zu 38 Euro in Meerbusch am meisten erzielt, gefolgt von den bis zu 35 Euro in Neuss, Kaarst (bis zu 20,50 Euro in Kernlagen), Grevenbroich (bis zu 20 Euro) und Dormagen (bis zu 18 Euro).

Bei den Mietpreisen für Büroflächen liegen Neuss und Meerbusch mit bis zu 12,50 Euro pro Quadratmeter vorne, gefolgt von Kaarst (11 Euro). Die anderen Kommunen bleiben mit bis zu 10 Euro (Grevenbroich, Dormagen, Korschenbroich, Jüchen) beziehungsweise 9 Euro (Rommerskirchen) etwas darunter. Bei den Lager- und Produktionsflächen schwanken die Orientierungswerte im Kreis zwischen 5 und 7,50 Euro.

Wie bereits in den vergangenen Jahren führt das fehlende Angebot an Produktions- und Logistikflächen laut IHK Mittlerer Niederrhein in ihrem Bezirk zu einem stetigen, soliden Anstieg der Nettomieten. „Das ist auch notwendig, um einen Ausgleich für die ständigen steigenden Baukosten zu erhalten“, erklärt Norbert Bienen, Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Immobilienwirtschaft. So haben sich die Nettomieten für die genannten Flächen im IHK-Bezirk durchschnittlich um 50 Cent bis zu einem Euro pro Quadratmeter erhöht. Das gelte insbesondere für Logistikflächen. „Bei den Nettomieten für Büroflächen ist die Differenzierung zwischen nicht mehr marktgerechten Bestandsflächen und modernen Neubauflächen noch deutlicher“, betont der Vorsitzende des Ausschusses.

Während die Mieten für nicht mehr marktgerechte Bestandsflächen um bis zu zwei Euro pro Quadratmeter günstiger geworden sind, werden für Neubauflächen mit zeitgemäßer Ausstattung und hohem technischen Standard bis zu 1,50 Euro mehr pro Quadratmeter gefordert.