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Zeughauskonzerte in Neuss feiern 70 Jahre

Konzertreihe in Neuss : Neusser Zeughauskonzerte starten in ihre 70. Saison

Auch Programmgestalter Rainer Wiertz feiert ein kleines Jubiläum.

. „Kurz nach Kriegsende hatten die Neusser wieder Lust auf Musik“, sagt der Neusser Kulturreferent Rainer Wiertz, der seit 1984 als Planer der Zeughauskonzerte fungiert und in der kommenden Saison damit sein 35. Jubiläum feiern darf. Die beliebte Konzertreihe wird mit der neuen Saison 70 Jahre alt. 1949/50 hatte die Gesellschaft für christliche Kultur Neuss noch maßgeblich an der Etablierung dieser von Anfang an hochkarätigen Musikerlebnisse mitgewirkt, mit der Saison 1957/58 endete die Kooperation, seither ist die Stadt Neuss allein verantwortlich.

Ein Konzert findet in
der Basilika St. Quirin statt

 Harfinist Xavier de Maistre tritt mit Martina Gedeck auf.
Harfinist Xavier de Maistre tritt mit Martina Gedeck auf. Foto: Beatrice Waulin

Den Anfang in der neuen Saison macht ein Klavierrecital mit Alexander Lonquich (27. September). Der Pianist ist mit einem reinen Schubert-Abend in Neuss dabei, sich in die Phalanx der großen Schubert-Interpreten (Rudolf Serkin, András Schiff, Alfred Brendel) einzureihen. Gelegentlich musiziert Lonquich mit der norwegischen Geigerin Vilde Frang. „Nach langen Verhandlungen ist es uns endlich gelungen, sie zu verpflichten“, sagt Rainer Wiertz. In Neuss spielt sie allerdings mit dem Usbeken Michail Lifits (Klavier). Beide werden schon länger von der Kritik als „Dreamteam“ gefeiert (10. Oktober).

Wiederum ist mit dem Aris Quartett ein gefeiertes Streichquartett im Zeughaus (6. November), das sich mit dem aufstrebenden Pianisten Fabian Müller zusammenfindet.

 Das Ensemble Aris gehört zu den gefeierten jungen Streichquartetten.   Foto: S. Bednarek
Das Ensemble Aris gehört zu den gefeierten jungen Streichquartetten. Foto: S. Bednarek Foto: Simona Bednarek

Martina Gedeck, eine der profiliertesten und bekanntesten deutschen Schauspielerinnen, gestaltet mit dem französischen Star-Harfenisten Xavier de Maistre einen literarisch-musikalischen Abend am 19. November. Zu einem Adventskonzert der Extraklasse kommt am Nikolaustag (6. Dezember) das britische Vokalkonsort The Gesualdo Six nach Neuss. Und weil das Ensemble die Tradition der britischen Kathedralmusik pflegt, findet dieses Zeughauskonzert in der Basilika St. Quirin statt.

„Der besondere Abend“ wird als WDR-Kammerkonzert den jungen Trompeter Simon Höfele mit der estnischen Pianistin Kärt Ruubel vorstellen (24. Januar, wiederum im Zeughaus). Dass die seit der Saison 1989/90 bestehende glückliche Konstellation mit dem WDR aus Kostengründen eingeschränkt wird, bedauert Rainer Wiertz: „Der WDR zahlt nur noch ein Mitschnitt-Honorar.“

Das deutsche Kunstlied hat Tradition, und es ist für Rainer Wiertz Verpflichtung, „dies zu pflegen, auch wenn das dem Neusser Publikum nicht immer gefällt“. Der deutsche Tenor Julian Prégardien will bis zum 13. Februar „extra für das Neusser Publikum“ Robert Schumanns „Liederkreis“ mit seinem französischen Klavierpartner Eric le Sage einstudieren. Am 1. März gibt es erneut eine Sonntagsmatinee (11 Uhr). „Trotz riesiger Karriere ist der Pianist Joseph Moog Neuss treu geblieben“, sagt Rainer Wiertz voll Freude.

Seit 15 Jahren ist das Quatuor Voce exzellenter Botschafter französischer Streichquartett-Kunst. Es beschließt die Saison (23. März) und vereinigt sich zum Finale mit der französischen Bratschistin Lise Berthaud.