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WZ-Mobil: „Das Zeug werde ich im Leben nicht tanken“

WZ-Mobil: „Das Zeug werde ich im Leben nicht tanken“

Neusser lehnen bei der Umfrage den neuen Bio-Kraftstoff aus unterschiedlichen Gründen ab.

Neuss. Der neue Bio-Kraftstoff Super E 10 wird von deutschen Autofahrern bisher weitgehend abgelehnt. Dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen nach dem Benzin-Gipfel nun versprochen hat, Licht ins Dunkel zu bringen und den Verbraucher an der Tankstelle besser zu informieren, tut Not. Das zeigt auch die WZ-Umfrage vom Mittwoch in der Innenstadt.

Der Standpunkt von Ursula Imdahl ist klar und unumstößlich: „Das Zeug werde ich im Leben nicht tanken. Ich habe mich genau informiert. Dieser komische Bio-Sprit kann dem Motor schaden, und man muss viel häufiger einen Ölwechsel durchführen.“

Das sieht Rüdiger Fromm ähnlich: „Man ist an der Zapfsäule ratlos und weiß gar nicht, ob das eigene Auto nicht zu den zehn Prozent gehört, die E 10 nicht tanken dürfen. Ich habe ohnehin Zweifel, ob dieser Kraftstoff wirklich der Umwelt hilft.“

Hartmut Meier hat sich zwar durchaus mit dem Thema befasst, „aber irgendwie vergesse ich dann doch immer, nachzuschauen, ob mein Auto überhaupt E 10 verträgt. Und dann steht man an der Tankstelle und tankt halt doch wieder das, was man immer getankt hat. Der Mensch ist eben in vielerlei Hinsicht ein Gewohnheitstier.“

Inge Hildebrand dagegen setzt auf die neue Informationspolitik: „Wenn jetzt wirklich an den Tankstellen Listen ausliegen, in denen man sich schlau machen kann, könnte ich mir durchaus vorstellen, E10 zu tanken.“

Holger Stelkens findet die Idee zu einem Bio-Kraftstoff zwar löblich, aber die Umsetzung falsch: „Man darf einfach keine Nahrungsmittel dafür nehmen. Es muss andere Wege geben. Wenn wir global agieren, müssen wir auch global Verantwortung übernehmen.“

Franz Zöpfchen sieht das ähnlich. Inwieweit der Anbau umweltschonend sei, kann er nicht nachvollziehen. „Es gibt keine Transparenz, ob der Motor durch das Ethanol schneller verschleißt oder sogar kaputt geht. Ich hab eh den Eindruck, dass es sich bei der Einführung um reine Preistreiberei handelt.“

Misstrauisch ist auch Brigitte Wanduch. Sie tankt aus Protest kein E 10. „Ich glaube nicht, dass es so abrupt hätte eingeführt werden müssen. Meiner Meinung nach hätte die Automobilindustrie viel effektivere Möglichkeiten, um den Schadstoffausstoß zu minimieren.“ Außerdem biete ihre Tankstelle den neuen Kraftstoff gar nicht an.

Ingrid Aretz teilt diese Bedenken nicht. Allerdings tanke sie kein E 10, weil sie nicht wisse, ob ihr Auto das vertrage. „Zumindest an der Tankstelle sollte der Verbraucher darüber aufgeklärt werden.“ Sie will jedenfalls den Kraftstoff mit höherem Ethanolanteil nur dann tanken, wenn sich das auch im Preis niederschlagen würde. „Warum sollte ich das tanken, wenn es genauso viel kostet wie der der hochwertigere Super-Kraftstoff?“