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Wahl: SPD nominiert Direktkandidaten

Wahl: SPD nominiert Direktkandidaten

Hubert Eßer, Hannelore Staps und Heinz London treten nicht mehr an.

Neuss. In gut einem Jahr wird aller Voraussicht nach die Kommunalwahl stattfinden; dieses eine Mal ohne die Bürgermeisterwahl, die für 2015 terminiert ist. Danach werden die beiden Wahlen wieder zusammengelegt. Die SPD hat nun bereits eine Liste mit den Direktkandidaten für die 29 Neusser Stadtratswahlkreise und die elf Kreistagswahlkreise vorgelegt.

Die Kandidaten sind vom erweiterten Stadtverbandsvorstand nominiert. Das sei mehr als ein Vorentscheid, sagt Parteichef Benno Jakubassa: Die endgültige Entscheidung treffe formal die Mitgliederversammlung am Aschermittwoch 2013, mit Überraschungen sei nicht zu rechnen.

Aussagekräftiger ist für die SPD allerdings die Reserveliste, da die Partei, die derzeit mit 16 Stadtverordneten im Rat vertreten ist, bei der letzten Kommunalwahl 2009 nur zwei Wahlkreise direkt holen konnte. Diese Liste wird erst zum Ende des Jahres aufgestellt. Doch gilt bei der SPD das ungeschriebene Gesetz, dass sich dort nur Genossen wiederfinden, die sich auch um ein Direktmandat bewerben. Eine Ausnahme gab es nur bei der ersten Kandidatur von Reiner Breuer, der seit 1999 Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und seit knapp einem Jahr Landtagsabgeordneter ist.

Keine Überraschung ist, dass Reiner Breuer wieder in „seinem“ Wahlkreis Derikum kandidiert. Auch erfahrene Kommunalpolitiker wie Constanze Kriete (Baldhof), Hartmut Rohmer (Selikum/Reuschenberg), Arno Jansen (Weckhoven-West), Gisela Hohlmann (Gnadental), Peter Ott (Grimlinghausen-Nord) und Ingo Stolz (Allerheiligen) treten wieder an.

Ingo Stolz ist einer der beiden Ratsherren, die 2009 ihren Wahlkreis direkt gewinnen konnten. Der andere ist Hubert Eßer im Wahlkreis Barbaraviertel/Bolssiedlung. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von MM Karton (FS Karton in Neuss) und DGB-Vorsitzende im Kreis will nicht mehr antreten, für ihn stellt sich Hakan Temel den Wählern. Er ist einer von drei Kandidaten mit Migrationshintergrund, die die SPD in den Wahlkampf schickt.

„Das tun wir ganz bewusst“, sagt Benno Jakubassa: „Wir wollen zwei oder drei Kandidaten mit Migrationshintergrund auch über die Liste absichern und freuen uns in diesem Fall über Nachahmer aus anderen Parteien.“

Wie Hubert Eßer werden auch andere Stadtverordnete nicht mehr kandidieren. So Heinz London, Vorsitzender des Sportausschusses, den er „mit einem weinenden Auge ziehen lasse“, wie Jakubassa sagt. Auch Hannelore Staps, zweite stellvertretende Bürgermeisterin, hört auf, ebenso wie Carsten Dix, stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Über den Bürgermeisterkandidaten mag Benno Jakubassa nach wie vor nicht reden: Es sei zu früh, sagt er. Dass Reiner Breuer ständig genannt wird, kann er dennoch nicht verhindern.