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Virus: So setzt Neuss den Corona-Plan um

Einkauf, Betreuung und Co. : Corona in vielen Bereichen spürbar

Im Johanna-Etienne-Krankenhaus herrscht Besuchsverbot, das Rheinpark-Center hat das Sicherheitspersonal aufgestockt.

. Im Rhein-Kreis Neuss ist – Stand Montag, 16. März – bei insgesamt 44 Personen eine Corona-Infektion nachgewiesen, fünf dieser Personen wohnen in Neuss. Zudem wurden kreisweit 428 Personen als sogenannte „begründete Verdachtsfälle“ ebenfalls in Quarantäne gesetzt. Die Stadtverwaltung hat unter der Telefonnummer 02131/909090 eine Corona-Hotline eingerichtet. Die Neusser bekommen dort Antwort auf Fragen zu Schließungen, Öffnungszeiten und Terminvereinbarungen. Erreichbar ist die Hotline montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Ansonsten wird das öffentliche Leben weiter eingeschränkt.

Einkauf

 Die Pfadfinder empfehlen das Heimatlied beim Händewaschen – um die 30 Sekunden einzuhalten.
Die Pfadfinder empfehlen das Heimatlied beim Händewaschen – um die 30 Sekunden einzuhalten. Foto: DPSG Pfadfinderstamm Malteser Neuss

Gespenstische Stimmung am Montag im Rheinpark-Center. Die meisten Geschäfte sind wie leergefegt. Lediglich im Real-Markt, vor dem Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel für Kunden bereitgestellt wurden, herrscht reges Treiben. Das wird so schnell nicht anders sein. Ab dem heutigen Dienstag, 17. März, wird der Zutritt – wie vom Land für Shopping-Malls angeordnet – nur noch „zur Deckung des dringenden Bedarfs unter strengen Auflagen“ erlaubt sein. „Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet“, sagt Center-Manager Anastasios Meliopoulos. So habe man unter anderem das Sicherheitspersonal aufgestockt.

 Ebenso leer ist das Parkhaus des Einkaufscenters.
Ebenso leer ist das Parkhaus des Einkaufscenters. Foto: Janßen/Simon Janßen

Krankenhäuser

 Das fast leere Rheinpark-Center bot einen ungewohnten Anblick.
Das fast leere Rheinpark-Center bot einen ungewohnten Anblick. Foto: Janßen/Simon Janßen

Bereits seit Montag, 12 Uhr, besteht im Johanna-Etienne-Krankenhaus ein Besuchsverbot, wie Sprecherin Sonja Littmann sagt. Ausgenommen seien Entbindungs- und Palliativstation und „besonders schwere Fälle“. Jedoch muss sich jeder Besucher anmelden. In den Krankenhäusern des Rheinland Klinikums wurde das Besuchsverbot am Montag um 15 Uhr ausgesprochen, wie Sprecherin Ulla Dahmen mitteilte. Auch dort gebe es Ausnahmen – auf der Geburtsstation, in der Kinderklinik sowie bei Schwerstkranken. Besucher müssten sich aber bei der Stationsleitung anmelden. Da planbare Operationen abgesagt wurden, erklärt Dahmen weiter, hätten alle Kliniken des Verbundes in Neuss, Dormagen und Grevenbroich freie Intensivbetten zur Verfügung. Außerdem werde die Kapazität in der Rheintorklinik erhöht. „Frisch Operierte liegen oft ein bis zwei Tage auf der Intensivstation. Das fällt wegen der Absage nun weg“, sagt Dahmen. Dadurch stünden auch bei in diesem Bereich speziell geschultem Pflegepersonal genügend Kräfte zur Verfügung.

Solidarität

Soziale Netzwerke entwickeln sich zu wichtigen Werkzeugen, um sich zu vernetzen und Hilfe anzubieten – bei Facebook unter anderem in den Gruppen „Nachbarschaftshilfe für Neuss“ oder „Coronahilfe in Neuss – Wir stehen zusammen“. Dort werden unter anderem Einkaufshilfe, Kinderbetreuung, Fahrdienste, Kochdienst angeboten. Ein Helfer in der Quirinusstadt ist Dennis Volkeri von der Jungen Union. Er beteiligt sich am Projekt „Einkaufshelden“, das die JU auf Bundesebene gestartet hat.

Betreuung

Keine Betreuungsengpässe gibt es bei den Einrichtungen der Lukita Gmbh. Von den elf Kindertagesstätten sowie einer Großtagespflege mit insgesamt fast 700 Kindern würden seit Montag sechs Kinder in drei Tagesstätten betreut, wie Marco Nicolai von der Lukita-Geschäftsführung sagt. Je nach Stadtteil und Schulform gestaltete sich die Nachfrage nach Betreuung am Montag auch eher ruhig. An der Janusz-Korczak-Gesamtschule musste zum Beispiel ein Kind betreut werden, an der Pestalozzi-Grundschule waren es vier. jasi/goe/abu