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Viele Sportvereine lassen Zuschüsse ungenutzt

Viele Sportvereine lassen Zuschüsse ungenutzt

Dormagener rufen die mögliche finanzielle Unterstützung für Übungsleiter nicht ab.

Dormagen. Vereine im Brauchtum und Sport müssen in der Regel erhebliche Anstrengungen unternehmen, um ein attraktives und lebendiges Trainings- und Vereinsleben bieten zu können. Umso irritierter zeigte sich Claus Radke bei der Mitgliederversammlung des Sportverbandes Dormagen: Der alte und neue Vorsitzende erklärte, dass ein Großteil der 46 Dormagener Sportvereine überhaupt keine Zuschüsse für Übungsleiter beantragt. „Da werden Gelder einfach verschenkt“, sagte Radke.

Der Leiter der Sportförderung des Rhein-Kreises, Thomas Schütz, erklärte, dass von den 46 beim Kreissportbund gemeldeten Vereine aus Dormagen lediglich 23 einen Antrag auf Bezuschussung ihrer Übungsleiter beim Landessportbund gestellt haben. Noch schlimmer sieht es beim zweiten Zuschuss-Topf aus: Nur 13 Sportvereine rufen Fördergelder beim Rhein-Kreis ab. Der zahlt jedes Jahr eine feste Summe von rund 270 000 Euro an die Kreis-Vereine aus, die einen Antrag stellen. „Je weniger Vereine einen Antrag stellen, desto mehr Geld bekommen die, die es tun“, sagte Schütz. Im vergangenen Jahr gingen 43 137 Euro nach Dormagen. „Ich verstehe die Vereine nicht“, sagte Schütz.

Lediglich 13 Delegierte fanden sich zur Versammlung ein. Angesichts von 46 Vereinen in der Stadt, die knapp 20 000 Mitglieder haben, eine schwache Resonanz. Das brachte einen Vereinsvertreter auf die Palme. Das Vorstandsmitglied der DJK SuS Gohr nannte es eine „Unverschämtheit“ von den Verantwortlichen der anderen Vereine, „einfach nicht zu erscheinen“. Der Vorstand des Sportverbands solle sich doch bitte einmal Gedanken darüber machen, inwieweit man die fehlenden Vereine zur Ordnung rufen könnte.

Thomas Küker aus der Volleyball-Abteilung des TSV Bayer wurde einstimmig zum Geschäftsführer gewählt. Vorsitzender Claus Radke wurde einstimmig in seinem Amt für zwei weitere Jahre bestätigt. Er kündigte an, dass in vier Wochen auf dem dann neuen Internetauftritt wieder mehr aktuelle Informationen aus den Vereinen fließen können.