Vereine dürfen GWN-Halle nutzen

Vereine dürfen GWN-Halle nutzen

Der Bau der Lagerhalle der Gemeinnützigen Werkstätten hat begonnen. Auch Sportvereine sollen davon profitieren.

Neuss. 64 Sporthallen gibt es in Neuss — und die sind meistens belegt. Von rund 60 Organisationen, darunter 40 Sportvereine, werden sie genutzt. 66 200 Stunden kommen jährlich zusammen. „Nicht alle Anfragen von Vereinen oder anderen Gruppierungen können erfüllt werden“, sagt Tobias Spange vom städtischen Presseamt. Freie Kapazitäten seien zwar grundsätzlich vorhanden, die Gebäude erfüllen laut Spange aber häufig nicht die Anforderungen der Vereine in Bezug auf Hallengröße und -ausstattung, die Lage im Stadtgebiet, die gewünschte Uhrzeit oder die mögliche Nutzungsdauer.

Zumindest ein wenig entspannen könnte sich die Situation mit der neuen Halle der Gemeinnnützigen Werkstätten (GWN), die planmäßig Ende November fertig sein soll. Die Verantwortlichen trafen sich jetzt zum symbolischen Spatenstich. Auf dem 11 300 Quadratmeter großen Grundstück An der Hammer Brücke entsteht eine Lagerhalle, in die eine barrierefreie, 710 Quadratmeter große Sporthalle integriert wird. Mit dem zwei Millionen Euro teuren Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Grevenbroicher Architekturbüro Schmale entsteht, soll nicht nur dem erhöhten Lagerbedarf der GWN-Kunden Rechnung getragen werden. Auch Sport- und Bewegungsangebote für die Mitarbeiter können ausgeweitet werden.

Angelika Quiring-Perl, Vorsitzende des GWN-Verwaltungsrats

Davon profitieren sollen auch Neusser Sportvereine. „Nach 16 Uhr ist die Halle voraussichtlich frei und könnte dann von Externen genutzt werden“, sagt Angelika Quiring-Perl, Vorsitzende des GWN-Verwaltungsrats. Für wie viele Vereine genau und wie die Vergabe im Endeffekt geregelt wird, müsse noch geklärt werden. Architekt Markus Schmale macht auf eine Besonderheit der neuen GWN-Halle aufmerksam: „Es wird auch eine kleine Empore für Zuschauer geben.“ Die Ausübung vieler Sportarten soll in der Halle möglich sein.

Sportdezernent Matthias Welpmann freut sich über die neue Möglichkeit für Sportvereine. Wenngleich er die Hallensituation in Neuss nicht dramatisieren möchte. „Sie sind gut belegt, aber nicht überbelegt“, sagt Welpmann. Die Stadt sei gerade noch mit einer Bestandsaufnahme beschäftigt, um auszuloten, an welchen Stellen Sanierungsbedarf herrscht. Bestandspflege statt Neubau laute das Stichwort.

Tobias Spange nennt Details, welche Maßnahmen an Neusser Hallen in diesem und in den kommenden Jahren anstehen: Die Halle im Jahnstadion bleibt während der Sommerferien 2018 geschlossen. Die Installation einer neuen Beleuchtungsanlage und Brandschutzertüchtigungen stehen dort auf dem Programm. Die Kosten belaufen sich auf 418 000 Euro. Darüber hinaus wird die Turnhalle der Janusz-Korczak-Gesamtschule voraussichtlich ab Mitte 2018 bis Mitte 2019 für 478 000 Euro saniert und in dieser Zeit geschlossen bleiben.

Der Boden in der Turnhalle an der Schorlemer Straße wird von Mitte Juni bis voraussichtlich Ende Juli dieses Jahres saniert und nicht zur Verfügung stehen. An einigen weiteren Sporthallen werden in diesem und den Folgejahren kleinere Sanierungsmaßnahmen vorgenommen, insbesondere von Umkleiden und Duschen. Diese Hallen sollen laut Spange jedoch geöffnet bleiben.

Eine weitere Möglichkeit für Sportvereine könnte sich durch den Wechsel im Commundo-Tagungshotel an der Humboldtstraße ergeben, das im kommenden Sommer zur Polizeischule wird. Die dazugehörige Sporthalle wird nach Angaben von Sevinc Coskuneren, Sprecherin des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP), aktuell nicht benutzt.

Das soll sich nach dem Umzug — die Sporthalle wird derzeit renoviert — allerdings ändern. Ob die Halle dann auch für Vereine geöffnet wird, stehe noch nicht fest. „Wir müssen schauen, wie hoch der eigene Bedarf ist. Zudem hängt das von weiteren Faktoren ab, die noch nicht klar sind“, sagt Coskuneren.