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Ventil in der kranken Lunge verbessert Atemarbeit

Ventil in der kranken Lunge verbessert Atemarbeit

Pneumologen im Lukaskrankenhaus helfen mit neuem Verfahren schwerkranken Patienten.

Neuss. Immer häufiger leiden Menschen in Deutschland unter chronischer Bronchitits. Besonders in der kalten Jahreszeit kommt es zu wiederholten Infektionen, die zu Husten, Auswurf und Luftnot führen. Das kann bis hin zum Lungenemphysem führen, das unter erheblichen Risiken operiert werden muss. Jetzt nutzt das Lukaskrankenhaus ein neues Verfahren, um schwerkranken Patienten zu helfen.

Mit dem Eingriff sollen die nicht mehr funktionierenden Lungenareale, in denen sich immer größere Luftblasen verbreiten, von der Atmung ausgeschlossen werden. Ein Ventil wird eingesetzt. Es verhindert die Beatmung der betroffenen Flächen und führt die Atemluft stärker den gesunden Lungenteil. Luft und Sekret in den Blasen können gleichzeitig entweichen. Mittelfristig kommt es zu einer Verbesserung der Atemarbeit und des Gasaustausches.

Dieses neue Verfahren ist erst in wenigen Lungenkliniken in Deutschland durchgeführt worden. In der Lungenheilkunde am Lukaskrankenhaus wurde nun die ersten schwerkranken Patienten durch die Einlage von Ventilen behandelt. Möglich wurde das durch die Anschaffung neuer technischer Geräte in der Endoskopie der Medizinischen Klinik II.

Chefarzt Professor Dr. Tobias Heintges stellt die „exzellente Zusammenarbeit“ der Disziplinen am Lukas heraus: „Speziell die Radiologie und die Chirurgie zusammen mit unserer Pneumologie können sehr genau unterscheiden, welche Patienten profitieren und welche nicht.“

Der interventionelle Pneumologe Dr. André Hofmann berichtet über die ersten Patienten, dass deren Symptomatik und Lebensqualität deutlich gebessert werden konnten: „Durch die Funktionsanalyse der Lunge können wir die Verbesserung der Atemarbeit und die Zunahme der Sauerstoffaufnahme sehr genau zeigen. Das spiegelt exakt die klinische Besserung der Patienten wieder.“

Nach den ersten ermutigenden Erfahrungen soll die Ventileinlage nun auch bei anderen Patienten in größerem Stil durchgeführt werden. uda