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Universität zeichnet Marie-Curie-Schüler aus

Universität zeichnet Marie-Curie-Schüler aus

Der Neusser Tim Blume wurde für seine Facharbeit in Chemie von der Heinrich-Heine- Universität geehrt.

Neuss. Das Periodensystem der Elemente ist für Tim Blume ein vertrautes Stück Papier, das Chemielabor des Marie-Curie-Gymnasiums beinahe sein zweites Wohnzimmer. Der 18-Jährige besucht nicht nur den Chemie-Leistungskurs, er nimmt auch an einer Doppelqualifikation teil: Parallel zum normalen Oberstufenunterricht absolviert er eine Ausbildung zum Chemisch-Technischen Assistenten.

„Das ist das Besondere am Marie-Curie-Gymnasium. Ich habe von der elften bis zur 13. Jahrgangsstufe einmal in der Woche vier Stunden zusätzlichen Unterricht. Nach dem Abitur hänge ich nur noch ein weiteres Jahr Ausbildung dran“, erklärt Tim Blume. „Das ist eine gute Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln.“

Im Rahmen der zwölften Jahrgangsstufe hat Tim in den vergangenen Monaten eine Facharbeit angefertigt — und ist für diese jetzt von der Heinrich-Heine-Universität ausgezeichnet worden.

„Die Facharbeit ist Pflicht“, sagt Tim. Eigentlich war Chemie gar nicht das Fach seiner ersten Wahl. „Es sollte Geschichte werden. Aber Chemie ist auch gut. Es ist eines meiner liebsten Fächer“, sagt er lächelnd und überlegt kurz. „Eigentlich habe ich keine allzu große Abneigung gegen irgendein Fach.“

Das Thema hat er sich gemeinsam mit seinem Chemielehrer überlegt. Kriterium war nicht nur sein Interesse, sondern auch, ob sich entsprechende Versuche gut durchführen lassen. „Coffein in Arzneimitteln — Wirkungsweise, Nachweis und Gehaltsbestimmungen von Coffein in gängigen Erkältungs- und Schmerzmitteln“ ist es schließlich geworden.

„Coffein ist ein Thema, das oft verwendet wird. Darum habe ich es nicht auf Kaffee und Tee, sondern auf Arzneimittel bezogen“, sagt Tim Blume. Rund 30 Seiten stark ist das Ergebnis. „Ich gehe darin erst auf Allgemeines ein: das Vorkommen von Coffein, die Entstehung von Schmerzen, Theorien. Schließlich habe ich selbst Arzneimittel untersucht, sowohl nach aktuellen Methoden als auch nach alten.“

Dabei hat der 18-Jährige festgestellt, dass die meisten alten Methoden nicht mehr gut funktionieren und verfälschte Ergebnisse erbringen. „Die photometrische Methode funktionierte ganz gut“, erklärt er.

Mit seiner Facharbeit hat er die Jury der Heinrich-Heine-Universität jedenfalls genügend beeindruckt, um den dritten Preis in der Kategorie Chemie des Hans-Riegel-Preises zu ergattern, der für herausragende Facharbeiten vergeben wird. 131 Arbeiten waren eingereicht worden, 48 davon im Fach Chemie. „Dafür habe ich 200 Euro und eine schöne Urkunde bekommen“, sagt Tim Blume. Trotzdem: Ein Chemiestudium plant er nicht: „Ich denke, es wird Pharmazie.“