Umleitung führt zu Chaos

Umleitung führt zu Chaos

Die Straße „Am Kehlturm“soll b is zu acht Wochen in beide Richtungen noch gesperrt sein. Trotz dem Hinweis, die Baustelle doch weiträumig zu umfahren, halten sich nur wenige daran. Das wird gerade abends zum Problem, wenn sich dadurch lange Staus bilden.

Neuss Es herrscht ein reges Treiben an der Kreuzung Oberstraße/Zollstraße/Am Kehlturm. Autofahrer hupen, schauen sich irritiert um oder wenden, nachdem sie die neu aufgestellte Beschilderung bemerkt haben. Seit Montagnachmittag ist die Straße Am Kehlturm in beide Richtungen gesperrt, weil in den kommenden sechs bis acht Wochen das Radwegenetz am östlichen Innenstadtrand geschlossen werden soll. Der Plan: Das fehlende Stück am Hessentordamm wird zwischen Markt und der Straße Am Kehlturm bis zum Romaneum gebaut. Auch der Anschluss bis zum Tranktor soll in dem Zusammenhang erfolgen.

Foto: woi

Eigentlich werden Autofahrer frühzeitig darauf hingewiesen, die Baustelle weiträumig zu umfahren. So weisen Schilder darauf hin, dass sie der U 31 folgen müssen, die in Richtung Süden über Hammer Landstraße, Langemarckstraße sowie Hammfelddamm und in Richtung Hafen über Nordkanalallee und Selikumer Straße führt. Das Problem: Nur die wenigsten halten sich daran.

Hans-Dieter Isenrath, Sachgebietsleiter Verkehrslenkung

So fährt das Gros der Autofahrer, statt über die Hammer Landstraße, lieber die Abkürzung über die Hymgasse, die eigentlich nur für Anlieger und als Bustrasse freigegeben ist. Das Amt für Verkehrsangelegenheiten hat die Problematik auf dem Schirm, steckt aber in einer Zwickmühle. „Wir als Amt wollen da nicht so viele Autofahrer haben, unsere Verkehrsplaner sagen jedoch, dass wir die Umleitung über die Hymgasse zulassen und entsprechend ausschildern sollten, damit sich der Verkehr besser verteilt“, sagt Hans-Dieter Isenrath, Sachgebietsleiter Verkehrslenkung. „Es ist eine leidige Baustelle, weil eben Hauptverkehrsstraßen gesperrt sind. Die Leute brauchen zunächst ein wenig Zeit, um sich drauf einstellen.“

Zusätzliche Beschilderungen, um für die U 31 zu „werben“, schließt das Amt aus, kündigt jedoch an, in den nächsten Tagen nachzujustieren. So soll die große Infotafel an der Batteriestraße weiter nach hinten — also zur Hafenstraße — versetzt werden. Dadurch könne die Orientierung für Autofahrer erleichtert werden. Isenrath bezeichnet es aufgrund der Witterungsverhältnisse zwar als „denkbar ungünstige Zeit, Straßenbau zu betreiben“, jedoch hatte die Firma, die für die Maßnahme verpflichtet wurde, ursprünglich bereits während des Weihnachtsgeschäftes beginnen wollen. In dieser Zeit hätte das Chaos wohl ein noch größeres Ausmaß angenommen. „Da wäre es wirklich sehr ungünstig gewesen, weil zu diesem Zeitpunkt viele Kunden von außerhalb kommen“, sagt der ZIN-Vorsitzende Christoph Napp-Saarbourg. Er wird nun beobachten, ob die Frequenz durch die neue Baustelle in der City niedriger wird. Am ersten Tag der Baustelle sei sie bereits sehr schlecht gewesen.

Nuran Karaca führt eine Änderungsschneiderei an der Hymgasse und bekommt die Auswirkungen der Maßnahme direkt zu spüren. Sie sieht jedoch die positiven Seiten: „Dass hier jetzt mehr los ist, ist doch eine super Werbung für mich.“

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