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Ulrike Schanko: Neue Theaterchefin von Itzehoe

Ulrike Schanko: Neue Theaterchefin von Itzehoe

Die frühere Intendantin des Rheinischen Landestheaters wechselt zu einem Gastspielhaus.

Neuss/ Itzehoe. Sie sei mit dem Rheinischen Landestheater schon „ein bisschen verheiratet gewesen“, sagte Ulrike Schanko, als sie im Sommer 2009 ihr Intendanten-Büro räumte. „Ein bisschen“, wie sie betonte. 17 Jahre arbeitete sie am Haus, fünf Jahre als Intendantin. Jetzt steht sie vor der nächsten Chef-Stelle: Ab September ist sie Direktorin des Theaters Itzehoe.

Für sie selbst ein wenig überraschend, sei sie nach der langen Neusser Zeit nicht etwa in ein Loch gefallen. „Es war eine schöne und eine furchtbare Zeit“, sagt Ulrike Schanko in der Rückschau auf die langen Jahre, die zuletzt von der heftigen Spardiskussion geprägt war. Was sie an Neuss vermisst? „Bei Sonne am Hermannsplatz beim Griechen zu sitzen.“

Die Vollblut-Theaterfrau hat auch in der Zwischenphase keine Auszeit genommen. Sie habe „so richtig Jibber auf was Neues“, hatte sie im WZ-Interview zum Abschied aus Neuss erklärt. „Was Neues“ war neben zahlreichen anderen Aktivitäten zunächst einmal die Neubearbeitung von „Der kleine Lord“ nach Frances Hodgson Burnett als Auftragsarbeit für die Neersener Schlossfestspiele.

Im vergangenen Sommer war Uraufführung. Hochemotional verlief eine zweite Auftragsarbeit für die Gedenkstätte Torgau, in der DDR geschlossener Jugendwerkhof: eine gefängnisähnliche Disziplinierungsanstalt der Jugendhilfe, die direkt Margot Honecker unterstand.

Ulrike Schanko schrieb das Stück „Wer sich umdreht oder lacht“ über das repressive Heimerziehungssystem des SED-Regimes. Ehemalige wurden während der Premiere von Weinkrämpfen geschüttelt und hätten sich doch bedankt, berichtet Schanko bewegt: „Welche Begegnungen dieser Beruf doch ermöglicht.“

Zeit zu schreiben wird ihr nun kaum noch bleiben. Für das kommunale Gastspieltheater Itzehoe mit 650 Plätzen wird sie immer neue Vorstellungen organisieren. Natürlich geht es auch um Kosten: Die Ausgaben für Honorare, Tantiemen oder Übernachtungen müssen zu 110 Prozent gedeckt werden. Sie startet übrigens mit dem Dario-Fo-Stück „Bezahlt wird nicht“. Eine Gratis-Vorstellung — „und dann sollen die Besucher abonnieren“.