TSV baut Vorsprung aus

Meerbusch gewinnt in der Fußball-Landesliga in Nievenheim knapp mit 4:3. Kapellen besiegt Süchteln 1:0.

Rhein-Kreis. Spitzenreiter TSV Meerbusch hat seinen Vorsprung in der Fußball-Landesliga durch einen 4:3 (1:1)-Sieg beim VdS Nievenheim ausgebaut. Dabei wurde es am Ende noch mal spannend — und TSV-Trainer Toni Molina hatte es früh kommen sehen: Schon unmittelbar nach dem Treffer zur 4:1-Führung hatte der Coach seine Mannschaft von der Seitenlinie aus lautstark immer wieder aufgefordert: „Nicht nachlassen! Nicht nachlassen!“ Seine Warnung verhallte ungehört. Am Ende konnte der Tabellenführer froh sein, den Sieg über die Zeit gebracht zu haben.

„Alle sind nach vorne gerannt, um ein Tor zu erzielen. Es durfte aber auch nicht irgendein Treffer sein. Die Jungs wollten das besonders schön machen“, kritisierte TSV-Teammanager Horst Riege.

Marcel Kalski staubte schon nach drei Minuten zum 1:0 für Meerbusch ab. In Folge verpassten es die Blau-Gelben, die Führung auszubauen. Vier Minuten vor der Halbzeitpause dann wie aus dem Nichts der Ausgleich zum 1:1: Kevin Scholz bezwang TSV-Keeper Andreas Lahn mit einem unhaltbaren Linksschuss.

Im zweiten Durchgang traf Kalski vor 125 Zuschauern mit dem ersten Angriff zum 2:1 (48.). Emre Geneli nach einem Konter (62.) und Daniel Hoff per Kopfball (67.) erhöhten auf 4:1. Leicht hätte der TSV weitere Treffer erzielen können, doch Geneli und zweimal Kalski scheiterten aus guten Positionen. Gegen Ende ließ der TSV dann nach und Nievenheims Scholz erzielte nach einem Foul von Janik Röder per Elfmeter den Treffer zum 2:4 (86.). Nun witterte der Gastgeber Morgenluft und kam durch Scholz’ dritten Treffer zum 3:4 (90.+2). Und schließlich hatte der Tabellenzwölfte sogar noch die Gelegenheit zum Ausgleich, doch Lahn war bei der letzten Aktion des Spiels einen Tick schneller am Ball als ein Angreifer der Grün-Weißen. „Da haben den Nievenheimern nur etwa zehn Zentimeter gefehlt, dann wäre das hier 4:4 ausgegangen“, sagte Riege.

Michele Lepore, neuer Trainer des VdS, war mit dem Auftreten seiner Elf nicht unzufrieden: „Der Gegner ist spielerisch und taktisch auf höchstem Niveau. Wir hatten uns vorgenommen, uns nicht zu verstecken, und haben das auch geschafft. Da muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen.“

Derweil will Thomas Stube, Sportlicher Leiter des VdS, die scharfe Kritik von Ex-Trainer Sascha Querbach nicht auf sich sitzen lassen. „Die Aussagen sind schlicht falsch. Keiner hat versucht, Trainer und Co-Trainer loszuwerden. Warum er sich über mangelnde Kommunikation beklagt, ist mir unverständlich. Die Informationsweitergabe seitens des Trainers war belegbar schlicht eine Katastrophe“, sagt Stube.

Grund für die Entlassung sei letztendlich die Tatsache gewesen, dass sowohl Querbach als auch Co-Trainer Thomas Boldt am Gründonnerstag beim Spiel gegen den Rather SV im Urlaub seien. Stube: „Die beiden hätten die Mannschaft in der schwierigen Situation eine Woche lang sich selbst überlassen. Alleine daran sieht man, wie professionell die beiden angeblich gearbeitet haben. Diese Geschichte und die Uneinsichtigkeit der Trainer hat das Fass zum Überlaufen gebracht.“

Der SC Kapellen gewann indes gegen den ASV Süchteln durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:0 (0:0). Maximilian Steinebach traf vor 104 Zuschauern. „Wir haben wieder 90 Minuten gearbeitet. Und wenn ich sehe, wie dieser Freistoß dann im Tor landet, dann glaube ich, dass uns der da oben heute endlich mal belohnen wollte“, sagte SCK-Trainer Oliver Seibert. Die Hereingabe von Steinebach aus 30 Metern war eigentlich als Freistoßflanke gedacht, ging aber an allen Spielern vorbei ins Tor.

Derweil steht auch das Strafmaß für George Madatsidis fest. Der ehemalige Stürmer des SV Bedburdyck/Gierath, der im Bezirksligaspiel gegen Willich den Schiedsrichter geschlagen hatte, wird für ein Jahr gesperrt und erhielt eine Geldstrafe. Der Verein, der sich von dem Spieler getrennt hat, erhielt keine Strafe.