Treppe am Hafenkopf: „Ein Treffpunkt — aber für wen?“

Treppe am Hafenkopf: „Ein Treffpunkt — aber für wen?“

Nicht alle Neusser sind von der neuen Treppe am Hafenkopf begeistert.

Neuss. Schützen und Festbesucher haben bereits Probe gesessen. Mit der neuen Treppe und Promenade am Hafenkopf möchte die Stadt näher ans Wasser rücken. Wie die Neusser zu dem knapp zwei Millionen Euro teuren Bauprojekt stehen, sagten sie am Freitag beim WZ-Mobil.

Olga Schiebelbein findet die Aussicht auf das Becken eins romantisch: „Neuss muss attraktiver werden. Insofern war es keine Geldverschwendung.“ Jürgen Schaumann aus Kaarst stimmt ihr zu. „Das Hafenbecken ist kein totes Ende mehr“, sagt er und fügt an: „Aber ich sorge mich um das Wasser. Wenn die Stadt nicht aufpasst, wird die Treppe schnell dreckig sein.“

Diese Sorge teilen auch viele Neusser. „Ich glaube, dass die Anlage ein Treffpunkt werden kann. Die Frage ist nur: für wen?“, sagt Franz Maier, der befürchtet, dass Jugendliche nach dem Feiern ihren Müll liegen lassen.

In diesem Fall sollte die Stadt, wenn es nach Kai Hellweg geht, die Stufen regelmäßig säubern. „Die Hafentreppe ist eine schöne Idee. Sie erinnert mich an die Treppe in Düsseldorf. Insgesamt finde ich das Projekt aber zu teuer“, sagt er. Das sieht auch Hugo Mayer so: „Das Geld sollte lieber in Schulen und Kindergärten investiert werden. Die Aussicht ist schlecht und es stinkt von der Ölmühle herüber.“

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Lage an der Kreuzung Batteriestraße/Hammer Landstraße. „Die stört mich. Wir brauchen hier eine Schallschutzwand oder eine Hecke, die wenigstens ein bisschen vom Verkehr abtrennt“, sagt Henno Polduwe, der die Treppe wie viele Neusser vergangenes Wochenende besuchte, als auf der Anlage noch Bänke standen.

„Das fand ich sehr gut. Ich hoffe, es werden bald wieder welche aufgestellt“, sagt Lorenz Esser. Laut Stadthafenchef Klaus Harnischmacher wird es die Sitzmöglichkeiten bald wieder geben. „In den nächsten Wochen werden Gitterbänke mit Papierkörben installiert“, sagt er.

Reiner Wegmann aus Gnadental beschäftigt eine andere Frage: „Warum ist der Weg oberhalb der Treppe geteert und nicht gepflastert? Das sieht so aus, als hätte man am falschen Ende gespart.“

Tatsächlich ist die Asphaltschicht zwischen den oberen Stufen nur ein Provisorium. „Der Teer wird nicht so bleiben. Er wird noch einmal überarbeitet und soll dann die Qualität des Gussasphalts im unteren Bereich der Treppe haben“, erklärt Harnischmacher. Zudem würde der Rad- und Gehweg zur Straße hin noch gepflastert.