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Tour de Neuss: Mitfiebern ist Ehrensache

Tour de Neuss: Mitfiebern ist Ehrensache

Bereits am Nachmittag fanden sich bei Kaiserwetter viele Besucher an der Strecke in der Innenstadt ein.

Neuss. Im Novotel bereiten sich die Profis auf das Hauptrennen am Abend vor und bunkern noch schnell ein paar Kohlehydrate in Form von Nudeln. In der Innenstadt aber startet um 16 Uhr die Tour de Neuss bei Kaiserwetter mit dem U 17-Rennen.

An der Strecke haben sich bereits einige 100 Zuschauer eingefunden. Unter ihnen auch Carmen Kuhlen mit ihrer vierjährigen Tochter Leonie. Als Neusserin sei es für sie Ehrensache, an der Strecke mitzufiebern, sagt sie. Dass es bei der Tour de France auch wieder Dopingfälle gab, findet sie traurig: „Das wirft ein schlechtes Licht auf die Sportart.“ Sie hoffe aber, so die 32-Jährige, dass die jungen Fahrer „sauber“ sind. Ob Töchterchen Leonie auch mal Radrennfahrerin wird? „Sie lernt gerade Radfahren ohne Stützräder“, antwortet Kuhlen.

Auch Uschi Mühlbrecht ist am Streckenrand dabei. „Es kribbelt ja doch, wenn die Jungs hier vorbeisausen“, sagt die ehemalige Radrennfahrerin, die erst spät entdeckt wurde und noch mit 60 Jahren den Weltcup im Straßen-Einzelzeitfahren gewann, wie sie erzählt. „Damals gab es noch nicht so viele Frauen im Radsport. Aber ich hatte sogar Sponsoren“, erinnert sich die Düsseldorferin.

Das Radfahren kann sie auch im hohen Alter nicht lassen, hat dieses Jahr bereits 821 Kilometer abgerissen. „Aber irgendwann werde ich aufs Elektro-Fahrrad umsteigen“, scherzt sie, während der Nachwuchs auf die letzte von 36 Runden geht. Mit einer Runde Vorsprung sichert sich Jan Tschernoster vom RSC Werne Platz eins. Aaron Grosser vom RSV Unna wird Zweiter und Felix Richter von den Radsportfreunden Oberberg fährt auf Platz drei.

Nahe der Strecke ist der Stand der Malteser aufgebaut. Dort gibt es keine Pflaster oder Verbände: Kappes, Curry- und Bratwurst haben die Männer und Frauen im Angebot — und dazu immer einen flotten Spruch auf Lager. Bei so viel guter Laune wechselt die ein oder andere Portion Kappes auch ohne Bezahlung den Besitzer.

Kulinarisch gut versorgt wird auch Radprofi Danilo Hondo, der nach einem Sturz auf der letzten Etappe der Tour de France trotzdem an den Niederrhein gekommen ist, um bei der Tour de Neuss zu starten. Die Organisatoren zeigen sich beeindruckt von so viel Engagement und haben eine Überraschung parat: eine Torte verziert mit den Worten „Tourpflaster für Danilo Hondo“.