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Tankstellen-Räuber dank Zeugen gefasst

Tankstellen-Räuber dank Zeugen gefasst

Die beiden Brüder und ihre Freunde wollten eigentlich Kaffee trinken.

Dormagen. Firat (Nachname ist der Redaktion bekannt) gibt es ehrlich zu. „Ein bisschen mulmig war uns schon. Das ganze Erlebnis war Adrenalin pur“, erzählt der 41-Jährige in der Rückschau auf Donnerstagabend. Da waren er, sein Bruder Muhittin und zwei ihrer Freunde nicht nur Zeugen eines Raubüberfalls auf die Shell-Tankstelle an der Kruppstraße in Hackenbroich geworden, sondern hatten dank ihres überlegten und besonnenen Handelns auch erheblich dazu beigetragen, dass die Polizei den vermummten und mit einer Pistole bewaffneten Täter schon kurz darauf dingfest machen konnte.

Tankstellen-Räuber dank Zeugen gefasst

Dabei hatte zunächst nichts auf einen nervenaufreibenden Abend hingedeutet. Die beiden Brüder und ihre Freunde wollten eigentlich nur ein wenig plaudern bei Kaffee und Tee im Bistro der Tankstelle am Kreisverkehr, in dem sie sich öfter treffen. Dann beobachteten sie, wie gegen 23.10 Uhr der Räuber eintrat und den Kassierer mit der Pistole bedrohte. Der erste Impuls sei gewesen, den Täter gemeinsam zu überwältigen. „Schließlich waren wir zu viert und er allein“, erzählt Firat, der in Grevenbroich die Autowerkstatt „Boxenstopp Rheinland“ betreibt. Aber er habe sich erinnert, was ihm ein guter Freund, der Polizist ist, geraten habe. Nämlich: Lieber nicht selber eingreifen, sondern ruhig bleiben, beobachten, so schnell wie möglich die Polizei alarmieren und sie auf dem Laufenden halten.

Genau das tat das Quartett. Als der Räuber mit seiner Beute, einem Geldbetrag in nicht genannter Höhe, die Tankstelle verlassen hatte, informierten die Zeugen sofort die Polizei. Firat und Muhittin folgten dem Täter zudem in gewissem Abstand mit ihren eigenen Autos und hielten per Handy den Kontakt zur Polizei.

Der Täter hatte nach kurzer Flucht versucht, in sein Auto, einen blauen Kleinwagen mit Kölner Kennzeichen einzusteigen, merkte dann aber offenbar, dass er verfolgt wurde und floh über ein Feld in Richtung Tierheim. „Und dann war auch schon ein Streifenwagen mit Blaulicht vor Ort. Nach ein paar Minuten hatten die Beamten den Mann gefasst“, erzählt Firat. Der missglückte Raubzug des Ganoven endete in der Nähe der Böttgerstraße.