Tag der offenen Tür in der Mack-Kapelle

Tag der offenen Tür in der Mack-Kapelle

Am Tag der offenen Tür besuchten 400 Gäste die Kapelle.

Neuss. „Wundervoll, einfach wundervoll.“ Das war die einhellige Meinung der etwa 400 Besucher, die am Samstag den Tag der offenen Tür nutzen, um die von Heinz Mack Ende der 80er Jahre geschaffene und jetzt umgestaltete Kapelle im Marianum zu besichtigen.

„Natürlich haben wir mit einem regen Interesse gerechnet, aber dass so viele Leute gekommen sind, zeigt uns, wie wichtig es ist, die Kapelle für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagte Heinz Sahnen, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises der Mack-Kapelle.

Die Kapelle des 1908 erbauten neogotischen Marianums an der Preußenstraße wurde während des Zweiten Weltkrieges so stark zerstört, dass eine Wiederherstellung im alten Stil nicht möglich war. Der aus Hessen stammende Bildhauer und Maler Heinz Mack hat sie zu einem beeindruckenden Gebetsraum umgestaltet. Jetzt hat der Künstler seine Kapelle um einen Kreuzweg in 15 Stationen ergänzt und überarbeitet.

Die Orgel wurde bemalt, Engelsdarstellungen schmücken die Seitenwände, der Altarraum ist, nach Vorbild mittelalterlicher Lettner, mit 22 durchsichtigen Kerzenstelen vom übrigen Raum getrennt. Jede Gebetsbank weist ein anderes Motiv auf.

Beim Tag der offenen Tür erläuterten Helmut Friedberg, Stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises, und die Architektin Susanne Scheidler, in stündlichen Führungen die interessantesten Merkmale der Kapelle. Dazu gehört neben den aufwendig gearbeiteten Glasfenstern vor allem der Altarraum mit beleuchtetem Kreuz. Von einigen Besuchern für Neonlicht gehalten, ist es doch Tageslicht, das durch einen Mauerdurchbruch ins Kircheninnere fällt.

Viele der Besucher kannten die Kapelle vor der Umgestaltung und waren von den Veränderungen begeistert. „Die Kapelle ist künstlerisch ergänzt worden und wirkt jetzt wie eine Einheit“, meinte Franz-Josef Schulte-Löbbert aus Kaarst. Dem stimmte auch Margrit Schmitz zu. Sie war Religionslehrerin am Marianum und hat die Kapelle oft mit Schulklassen besucht.

„Die Kapelle ist eine gelungene Verbindung aus Kunst und Liturgie“, sagte Schmitz. Aber auch Erstbesucher nutzten wie Familie Bal den Tag der offenen Tür. Sie wohnen in der Nähe und waren von der Kapelle sehr überrascht. „Sie hat viele moderne Elemente. Wenn man das Marianum sieht, hätte man eher etwas Gediegenes vermutet“ resümierte Alexander Bal.

Vor allem ältere Besucher erinnerten sich mit Wehmut an die monatlichen Gottesdienste, die vom jetzigen Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann in der Mack-Kapelle gehalten wurden. „Das müsste es jetzt auch wieder geben“, formulierte nicht nur Marie Luise Dammer. Auch der Künstler selbst kam zu einer kurzen Stippvisite.

„Kommen Sie wieder, so oft es geht“, lautete sein Aufruf. Das Marianum selbst wird von einem Kölner Unternehmen in ein Haus mit Luxuswohnungen umgewandelt. Die Mack-Kapelle bleibt aber im Besitz des Neusser Bauvereins, der sich verpflichtet hat, das Kunstwerk für die Öffentlichkeit zu erhalten. Dieses Vorhaben unterstützt auch der Förderverein.

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