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Stadtwerke Neuss stärken Stromnetze und E-Mobilität

Bilanz 2018 vorgelegt : Stadtwerke bringen der Stadt 28 Millionen ein

Bei der Wertschöpfung haben die Stadtwerke 2018 ein Rekordergebnis vorzuweisen.

2018 war ein gutes Jahr für die Stadtwerke Neuss – und 2019 soll dem nicht nachstehen. Nach Steuern und Ausschüttung weisen die Stadtwerke für 2018 einen Konzerngewinn von rund 9,3 Millionen Euro (2017: 5,9 Millionen Euro) aus. Damit liegt das Ergebnis trotz leicht gesunkener Umsatzerlöse unter Berücksichtigung einmaliger Sondereffekte über dem Planansatz.

Strom, Gas, Wasser, Wärme

Trotz härteren Wettbewerbs konnte die Energie und Wasser GmbH ein Ergebnis über dem Plan erzielen. Der Stromabsatz stieg auf 355 (2017: 352) Gigawattstunden (GWh), der Gasabsatz auf 1465 (2017: 1448) GWh. Auch der Wasserabsatz ist nach Angaben der Stadtwerke 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Der Fernwärmeabsatz blieb mit 18,8 (2017: 18,7) GWh nahezu konstant.

Windkraft

Die beiden Stadtwerke-Windräder bei Hoisten produzieren seit 2017 Strom, mit dem rund 3100 Haushalte versorgt werden können.

Elektromobilität und Netzausbau

Die Stadtwerke investieren in E-Mobilität. „Wir haben für 2019 insgesamt 100 Ladepunkte versprochen, 76 sind es schon. Das Ziel werden wir auf jeden Fall erreichen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Ekkehard Boden.

Nahverkehr

Die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Neuss haben 2018 insgesamt 22,9 Millionen Fahrgäste befördert – ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Seit dem Frühjahr haben die Stadtwerke eine neue Version der „neuss mobil“-App für den mobilen Ticketkauf im Angebot. Im ersten Halbjahr 2020 soll die elektronische Fahrkarte „nextTicket“ im Bereich Neuss/Düsseldorf mit einem Abrechnungsmodell nach Luftlinienkilometern, unabhängig von der gewählten Route, an den Start gehen. „Damit wird ÖPNV einfacher“, sagt Lommetz. Vor allem Gelegenheitsfahrer sollen so motiviert werden, öfter das eigene Auto stehen zu lassen. Neue Impulse versprechen sich die Stadtwerke auch vom Modellversuch mit einer neuen Mobil- und Sharing-Station am Niedertor. Dort sollen ÖPNV, E-Mobilität, Carsharing und Fahrrad verknüpft werden. „Wir sind gespannt, wie die Kunden reagieren, welche Angebote genutzt werden“, so Lommetz. Im Erfolgsfall könnten ähnliche Stationen an weiteren Stellen im Stadtgebiet entstehen.

Freizeiteinrichtungen

Insgesamt zählten die Stadtwerke im vergangenen Jahr 764 000 Gäste in den drei Schwimmbädern, der Eissporthalle und im Wellneuss. Investiert hat die Stadtwerketochter Neusser Bäder und Eissporthalle im Wellneuss und in die Sanierung des Freibadbereichs im Südbad. Dort läuft das neue Außenbecken seit Kurzem im Testbetrieb. Mit den Schulferien soll es regulär nutzbar sein.

Contracting

Für die Stadtwerke-Contracting-Tochter gc Wärmedienste melden die Stadtwerke Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis. Bundesweit hat „german contract“ inzwischen über 2700 Gebäude mit modernster Heiztechnik ausgerüstet.

Investitionen

Ohne Finanzanlagen haben die Stadtwerke 2018 rund 22 Millionen Euro investiert. Das Geld floss vor allem in Gas- und Stromnetzanlagen, E-Mobilität und Contracting. Der Ausbau des Netzes – vor allem für den Ausbau der E-Mobilität, bei der ohne leistungsfähige Stromnetze nicht viel geht – ist auch 2019 einer der Investitionsschwerpunkte des Versorgungsunternehmens: „Wir schaffen Sicherheit in der Infrastruktur. Das ist vielen, bei allem Ärger über Baustellen, gar nicht bewusst“, so Geschäftsführer Stephan Lommetz. Neuss setze auf Wachstum: „Wir leben zum Glück nicht in einer Stadt, die sich kaputt spart.“

Mitarbeiter

Im Durchschnitt beschäftigten die Stadtwerke Neuss 2018 erneut über 500 Mitarbeiter.

Wertschöpfung und Ausschüttung

Über den erzielten Jahresüberschuss hinaus schreiben sich die Stadtwerke einen wesentlichen Anteil zur Daseinsvorsorge in Neuss auf die Fahnen. Rechne man die Übernahme der Verluste aus den defizitären Bereichen Bäder und Eissporthalle, den Busverkehr, die Konzessionsabgaben und Steuern hinzu, so ergebe sich durch die Tätigkeiten der Stadtwerke Neuss allein für das Geschäftsjahr 2018 eine „Rekordwertschöpfung für die Stadt“ in Höhe von rund 28 Millionen Euro (2017: 25,5 Millionen Euro). Fünf Millionen Euro sollen – nach dem Beschluss durch die Gesellschafterversammlung – an die Stadt ausgeschüttet werden. Vier Millionen Euro fließen in die Gewinnrücklage, womit das Eigenkapital für weitere Investitionen in die Bäder und in neue Mobilitätskonzepte gestärkt werden soll. ki-