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Stadtwerke: Höhere Strafe für Schwarzfahrer

Stadtwerke: Höhere Strafe für Schwarzfahrer

Neuss. Etwa 2500 Mal im Jahr ertappen die Kontrolleure der Stadtwerke einen Schwarzfahrer. Doch ihr schärfstes Schwert, das Bußgeld, droht stumpf zu werden. Die städtischen Verkehrsbetriebe stehen deshalb voll und ganz hinter den Plänen, dieses Bußgeld von 40 auf 60 Euro zu erhöhen.

Damit sind sie nicht allein, betont Johannes Bachteler vom Verkehrsverbund Rhein Ruhr. „Wir begrüßen diese Initiative ausdrücklich“, sagt der VRR-Sprecher, denn dem Verband entgehen nach vorsichtigen Schätzungen durch Schwarzfahrer rund 2,5 Prozent seiner Einnahmen. Bei Gesamteinnahmen von 1,3 Milliarden Euro entspricht das rund 32,5 Millionen Euro — jährlich.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte den Stein ins Rollen gebracht, als er die Länder zu einer entsprechenden Initiative im Bundesrat ermunterte. Bayern forderte schließlich die Bundesregierung auf, das so genannte erhöhte Beförderungsentgelt auf 60 Euro zu erhöhen. Seit 2003 waren 40 Euro verlangt worden — ohne den seitdem gestiegenen Beförderungstarifen, Löhnen und Gehältern anzugleichen. „Dieser Abstand muss wiederhergestellt werden“, sagt auch Georg Schumacher von der Rheinbahn. „Ein entschlossenes Durchgreifen und angemessene Strafen sind wir der überwiegenden Zahl unserer ehrlichen Kunden schuldig“, erklärt Heinz Runde, Vorsitzender der Geschäftsführung: „Der Ehrliche ist aber der Dumme, wenn er für die Schwarzfahrer mitbezahlen muss.“

Kontrolleure in Zivil sind in den Bussen unterwegs

Die Stadtwerke halten dagegen. Es sind in den Bussen Kontrolleure in Zivil unterwegs. Wo, wann und wie viele — das halten die SWN unter dem Deckel. „Aber wir versuchen schon, ordentlich Druck aufzubauen“, betont SWN-Sprecher Jürgen Scheer. „Niemand soll sich sicher sein.“ Fällt ein Schwarzfahrer auf, wird das Bußgeld in den seltensten Fällen bar gezahlt. Die meisten Ertappten verlassen den Bus mit einer Zahlungsaufforderung. Zwei Mal werden säumige Zahler von den SWN angemahnt, dann gibt die Rechtsabteilung die Forderung an ein Inkasso-Büro ab.