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Stadt zeigt Interesse am ehemaligen Gefängnis

Stadt zeigt Interesse am ehemaligen Gefängnis

An der Grünstraße: Stadt hat Interesse am leerstehenden Hafthaus in Landesbesitz.

Neuss. Vor knapp einem Jahr sorgte der Name Grünstraße für helle Aufregung. Die Landesregierung hatte in Erwägung gezogen, das Abschiebegefängnis für Frauen in eine Einrichtung für psychisch kranke Schwerstkriminelle umzuwandeln.

Längst ist diese Entscheidung für Oberhausen gefallen, und der Bau hinter dem Amtsgericht steht leer. Wie es in dem Wohnviertel weitergehen könnte, ist noch völlig offen. Fakt ist: Die Stadt hat Interesse an der Fläche.

Kurzfristig hatte das Land entschieden, die von der Abschiebung betroffenen Frauen von Neuss nach Büren zu verlegen. Das einzige Abschiebegefängnis für Frauen in Deutschland war mit seinen 80 Plätzen nicht ansatzweise ausgelastet. Seit Mitte November steht das Haus leer.

Schon während der hoch emotional geführten Diskussion und Proteste gegen die ursprünglichen Landespläne hatten FDP und UWG vorgeschlagen, die Stadt möge das Gebäude kaufen, um Planungssicherheit zu gewinnen.

Die Stadt hat durchaus Interesse an dem Areal. Alle Beteiligten verweisen auf den frühen Diskussionsstand; noch gebe es weder konkrete Aussagen des Landes noch städtische Planungen für die Fläche. Aus Düsseldorf verlautete lediglich, es habe erste Gespräche mit dem landeseigenen Liegenschaftsbetrieb gegeben, allerdings auch mit der Stadt Neuss. Die Tendenz ist offensichtlich: Die Justizbehörden brauchen das Haus nicht mehr.

Für die Stadt ist das Gelände interessant, die Immobilie selbst ist es nicht. Baudezernent Christoph Hölters spricht von dem „wertigen gründerzeitlichen Wohnquartier“, betont aber auch: Die Fläche des Hafthauses allein reiche nicht aus, um eine städtebaulich angemessene Bebauung zu ermöglichen. Ob eine Fläche hinzukommen könne, sei aber noch völlig unklar.

Hölters fasst zusammen: „Wir haben ein hohes Interesse daran, dass sich am jetzigen Zustand etwas ändert.“ Interessant ist das Areal auch für den Bauverein. Vorstand Frank Lubig argumentiert wie Hölters: Die Fläche müsse als Grundlage einer sinnvollen Bebauung neu arrondiert werden. Es gehe „um eine größere Lösung“. Nachfrage, das ist Lubig sicher, besteht.