Stadt will neue Turnhalle statt Millionen-Sanierungen

Stadt will neue Turnhalle statt Millionen-Sanierungen

Die Kosten für die Renovierung der vorhandenen Turnhallen überstiegen einen Neubau.

Dormagen. Die Tage, an denen die Schüler des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums in ihrer kleinen Halle Sport treiben oder die der Schüler am Chorbusch in der dortigen Doppelsporthalle, sind gezählt. Geht es nach der Verwaltung, werden beide Hallen aufgegeben. Stattdessen soll eine neue Dreifachhalle für mehr Modernität und Kapazitäten sorgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Politik diesen Plänen folgt, ist groß. Bereits seit Monaten geht es um die Notwendigkeit, durch einen Neubau flexibler zu werden. Die große Begeisterung will sich am BvA wegen des Abrisses der kleinen Halle noch nicht einstellen.

Die Zahlen untermauern laut Verwaltung deren Argumentation: Die Kosten für die Sanierung der Halle an der Beethovenstraße werden auf 2,1 Millionen Euro beziffert. Hinzu kommen 834 000 Euro für die BvA-Turnhalle und 1,9 Millionen für die Turnhalle am Chorbusch — in Summe 4,9 Millionen Euro. Der Bau einer Dreifachhalle beliefe sich auf 5,16 Millionen Euro. Zu diesen Kosten kämen allerdings weitere 276 000 Euro für den Abriss der anderen drei Hallen.

Dem Bau einer Dreifachhalle gibt die Verwaltung klare Priorität gegenüber einer Zweifeldhalle. Die würde 4,1 Millionen Euro kosten, zuzüglich dem Abriss der Chorbusch-Halle und der Halle an der Beethovenstraße (insgesamt 221 000 Euro) sowie der Renovierung der BvA-Halle,.

Beigeordnete Tanja Gaspers hält „aus sportfachlicher Sicht“ eine Dreifeldhalle für deutlich funktionaler und flexibler zu betreiben als eine Zweifeldhalle. In der Unterhaltung sei sie nur unwesentlich teurer.

Das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung hatte im vergangenen Jahr für das aktuelle Schuljahr einen Bedarf von 6,9 Anlageeinheiten ermittelt, dem aber nur sechs gegenüberstehen. Bei einem prognostizierten Bedarf von 6,7 Einheiten bleibt der Handlungsbedarf bestehen. Die Folgerung der Experten: Eine weitere Einzelhalle ist für den Schulsport nötig. Für den Vereinssport ist der vorhandene Bedarf „aktuell ausreichend“.

Am BvA-Gymnasium wird die Entwicklung mit Spannung und Sorge verfolgt. „Mit uns hat es noch kein offizielles Gespräch gegeben“, sagt Schulleiter Theodor Lindner. „Wir sind sehr gesprächsbereit, was die neue Halle betrifft.“ Lindner erhofft sich einen guten Schallschutz, einen besseren als in der Dreifachhalle an der Konrad-Adenauer-Straße. Und er erinnert erneut: „Wir brauchen auch eine vernünftige Außensportanlage. Die Fahrerei zu anderen Anlagen ist eindeutig ein Standortnachteil.“