Stadt sucht Ideen fürs Ikea-Areal

Stadt sucht Ideen fürs Ikea-Areal

Noch ist unklar, wie der alte Standort künftig genutzt wird. Jetzt stellten sich der Politik vier Planungsbüros vor.

Kaarst. Die Verlagerung des Möbelhauses Ikea hat den Planungsausschuss bereits unzählige Male beschäftigt. Bald wird der Umzug des Hauses ins Gewerbegebiet Kaarster Kreuz erfolgen und schon stand Ikea wieder auf der Tagesordnung des Fachausschusses. Diesmal ging es um die Nachnutzung — was soll aus dem Alt-Standort von Ikea werden und den Flächen drumherum? Die Verwaltung möchte nichts dem Zufall überlassen. Vier Planungsbüros sollen ihre Ideen einbringen, sich an einer so genannten Entwurfswerkstatt beteiligen. Sie stellten sich jetzt vor.

„Wir haben mit sieben Büros Gespräche geführt und halten vier davon für geeignet“, erklärte die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart. Es seien auch Bewerber dabei gewesen, die in ganz anderen Dimensionen denken, die beispielsweise große Projekte in Dubai verwirklicht haben. Die vier Auserwählten konnten auf zum Teil sehr viele erfolgreich durchgeführte Planungen verweisen. Aber etwas Vergleichbares wie die jetzt zu lösende Aufgabe in Kaarst war nicht dabei.

Frank Pflüger von „Heinz — Jahnen — Pflüger“ in Aachen nannte viele Projekte seines Büros in der nächsten Umgebung: Aus dem historischen Stahlwerk Becker in Willich wurde ein attraktives Gewerbegebiet, aus der Verseidag in Schiefbahn ein nobles Wohnquartier. Aktuell sind der Belsenpark in Düsseldorf und der ehemalige Güterbahnhof in Derendorf Zeichen der Kompetenz der Aachener.

„Könnten Sie das mit ihrem 15-köpfigen Team schaffen?“, wollte Franjo Rademacher (CDU) wissen. „Sie werden ein schlagkräftiges Team bekommen“, versprach Pflüger. Ingo Kotzian machte darauf aufmerksam, dass das zu überplanende Gebiet vielen verschiedenen Eigentümern gehört. „Es geht nur miteinander. Die unterschiedlichen Interessen müssen austariert werden“, erklärte der Planer.

Joachim Haase von „Reicher Haase Assoziierte“ aus Aachen entwickelt unter anderem das Glasmacherviertel in Gerresheim und die ehemalige Trabrennbahn in Recklinghausen. Was Thorsten Schmitter einerseits gefiel, andererseits aber beunruhigte: Dass Haase zu verstehen gegeben hatte, dass sich sein Büro schon mal über Vorgaben hinwegsetzt. Der stellte klar: „Wir machen in der Planungsphase schon mal Vorschläge und unterbreiten Ideen, die der Auftraggeber so nicht gehabt hat. Bei der Umsetzung halten wir uns natürlich an die Vorgaben.“

Das Dortmunder Büro „scheuven + wachten plus“ wurde von Mitgesellschafter Stefan Hartlock vertreten. Ihm kam es darauf an, einen Rahmen vorzugeben, in dem das Konzept dann behutsam entwickelt werden könne.

Hermann Ulrich von „ulrich hartung“ freute sich, mit dabei sein zu dürfen: „Das ist keine klassische Aufgabe, sondern eine, bei der man intensiv auf die örtlichen Begebenheiten eingehen muss — sie passt sehr gut zu uns.“

Die Ausschussmitglieder mussten keine weitere Auswahl treffen. Technische Beigeordnete Sigrid Burkgart beschrieb die weitere Vorgehensweise so: „Wir beabsichtigen die Durchführung eines Ideenwettbewerbs, er soll am 22. Januar nächsten Jahres beginnen. Eigentümer, Immobiliennutzer, aber auch Bürger seien aufgerufen, diesen Prozess mit ihren Ideen zu begleiten.“