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Stadt plant 16 neue Hundewiesen

Stadt plant 16 neue Hundewiesen

Die Freilaufflächen sollen im gesamten Stadtgebiet verteilt liegen. Die Politik berät am Dienstag.

Neuss. Bei dieser Nachricht dürften Vierbeiner aus Neuss mit dem Schwänzchen wedeln: Die Stadt möchte 16 offizielle Hundeauslaufflächen schaffen — im gesamten Stadtgebiet verteilt. Zumindest schlägt sie diese im kommenden Ausschuss für Umwelt und Grünflächen vor, der am Dienstag, 12. Juni, tagt.

Im September 2017 hatte die Verwaltung bereits dargestellt, wo Hunde außerhalb besiedelter Bereiche frei laufen können. Innerhalb der besiedelten Bereiche schließen das Landeshundegesetz, die Straßen- und die Gartenordnung der Stadt Neuss jedoch den Hundefreilauf in Straßen und öffentlichen Anlagen aus.

Es bestehe dennoch der Wunsch, so die Stadt, zum einen innerhalb der besiedelten Bereiche und zum anderen konkrete Flächen als Hundeauslaufflächen zu benennen. Diese Flächen seien dann entsprechend zu kennzeichnen, könnten allerdings temporär auch anderweitig genutzt werden.

Einige Beispiele für mögliche Hundefreiflächen: die Schützenwiese in Reuschenberg, das Mokkaloch, der Kirmesplatz am Derendorfweg, die Wiese auf dem Friedhof Grefrath oder das Jröne Meerke. Bürger einzelner Stadtteile hatten sich in der Vergangenheit mit Unterschriftenlisten an die Verwaltung gewandt, damit endlich mehr Hundeauslaufflächen ausgewiesen werden.

„Es gibt viel zu wenige Freilaufflächen in Neuss. Das geht eigentlich nur am Rhein“, sagt Carina Conrad, die als Hundetrainerin auch in Neuss aktiv ist. Den Vorstoß, eine große Anzahl an Freiflächen schaffen zu wollen, findet sie durchweg positiv, spricht sich jedoch dafür aus, dass manche Bereiche eingezäunt werden, um die individuellen Bedürfnisse nach Sicherheit in Kombination mit Freiraum zu gewährleisten. Zäune sind von der Stadt aber nicht vorgesehen.

Interessanter Aspekt: Im September hatte das Amt für Umwelt und Stadtgrün noch vorgeschlagen, keine weiteren Hundeauslaufflächen mehr auszuweisen. Die bestehenden sechs seien schließlich genug. „Offenbar hat die Stadt nun dem Druck von Politik und Anwohnern nachgegeben“, sagt Michael Ziege (SPD), der die jetzige Bereitschaft der Stadt jedoch als „sehr begrüßenswert“ bezeichnet.

Gleiches gilt für Bernd Kahlbau, sachkundiger Bürger der FDP, der sich per Antrag vor allem dafür einsetzt, dass der ehemalige Sportplatz an der Erprather Straße als Hundeauslauffläche gekennzeichnet wird. Zudem soll er umzäunt und mit Eingangstoren versehen werden. Dass die Stadt aber auf eine Umzäunung verzichtet, kann er nicht nachvollziehen: „Die Risiken sollten eigentlich bekannt sein. Offenbar hat die Stadt nichts aus der Diskussion gelernt.“

Michael Klinkicht, Fraktionsvorsitzender der Grünen, ist da anderer Meinung. „Es ist nicht möglich, alle Freilaufflächen einzuzäunen.“ Grundsätzlich hält er die vorgeschlagene Ausweisung für sinnvoll, „wenn sich die Grundstücke tatsächlich dafür eignen“. Die CDU möchte sich zu diesem „hochemotionalen Thema“, wie Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann erklärte, zunächst im Fraktionsvorstand besprechen.

Bei Hundefreilaufflächen es sich um Plätze, auf denen sich Vierbeiner ohne Leine bewegen können. Die Stadt weist aber darauf hin, dass vom Halter sicherzustellen ist, dass sich niemand von Hunden bedrängt oder belästigt fühlt.