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Stadt entwickelt Ideen für ein dezentrales Zentrum der TG Neuss

Stadt Neuss legt Alternativen vor : Hat die TG bald zwei Standorte?

Mit Geld vom Land könnte die TG-Heimat an der Schorlemer Straße saniert werden.

. Bürgermeister Reiner Breuer torpediert das Projekt der Koalition von CDU und Grünen, im Südpark ein Sport- und Gesundheitszentrum für die TG Neuss zu errichten. In diesem Vorwurf gipfelte in der Dezember-Ratssitzung die Abrechnung der CDU-Fraktionsvorsitzenden Helga Koenemann mit dem Verwaltungschef. Der tritt am heutigen Montag an, das Gegenteil zu beweisen.

Die Verwaltungsspitze trifft sich mit dem Vereinsvorstand, und Breuer kündigt an, neue Vorschläge auf den Tisch zu legen. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die TG zu stärken“, sagt Breuer. Das könne im Südpark sein, wo das TG-Zentrum nach einem entsprechenden Ratsbeschluss gebaut werden soll, aber auch an der Schorlemer Straße, seit Jahrzehnten Heimat der TG und auch ihrer Geschäftsstelle. An diesem Standort – und vor allem der dortigen Turnhalle – will der größte Sportverein der Stadt auch für den Fall irgendwie festhalten, dass der Bau im Südpark realisiert wird.

Dieser Ratsbeschluss zum Standort Südpark ist bindend, eine Kehrtwende nicht möglich. Doch dem Vernehmen nach laufen die Vorschläge der Verwaltung heute auf ein „sowohl als auch“ hinaus. Man könnte sowohl Sporthalle und Geschäftsstelle an der Schorlemer Straße ertüchtigen und erweitern, als auch am Südpark neu bauen. Das allerdings müsste dann nicht mehr so groß ausfallen. „Am Ende muss man sich in die Augen sehen und fragen: Passt das oder nicht?“, sagt der Landtagsabgeordnete Jörg Geerlings, zugleich zweiter Vorsitzender der TG. Denn die ist Bauherr, und von ihren finanziellen Möglichkeiten hängt am Ende das weiter zu verfolgende Modell entscheidend ab.

Landesregierung fördert Modernisierung von Sportstätten

In einem Punkt haben sich diese finanziellen Möglichkeiten schon verbessert. Kurz vor Weihnachten ging beim Vorsitzenden Mario Meyen ein Förderbescheid des Bundesfinanzministeriums in Höhe von 50  000 Euro ein. „Das reicht für den ersten Aufschlag“, sagt Meyen, der nun in die konkrete Planung einsteigen und ein Wirtschaftlichkeitskonzept erarbeiten lassen will. Partner dabei: Die Initiative „Partner für Deutschland“, ein Beratungsunternehmen der öffentlichen Hand, das schon den Weg zum ersten Bundeszuschuss bahnen half. Eine Anschlussförderung schließt Meyen nicht aus.

Die Schorlemer Straße wiederum kommt als Standort ins Spiel, weil die Landesregierung ihrerseits ein Programm zur Modernisierung von Sportstätten aufgelegt und für die kommenden vier Jahre mit 300 Millionen Euro ausgestattet hat. In Neuss wäre dieses Geld am besten bei der Sanierung von Sporthallen eingesetzt, sagt der Abgeordnete Geerlings. Die genauen Förderrichtlinien zur Verteilung der ersten 30 Millionen in diesem Jahr seien noch zwischen Landessportbund und Landesregierung abzustimmen, teilt der LSB-Vizepräsident in einer Stellungnahme mit. Doch liegen dem Kreissportbund schon Eckpunkte vor. So soll eine Fördervoraussetzung sein, sagte KSB-Chef Hermann-Josef Baaken bei Vorstellung des Programms, dass die Sportstätten im Eigentum des Vereins stehen „oder in einem langfristigen Miet- beziehungsweise Nutzungsvertrag bei ihnen gebunden sind“. Das passt bei der TG-Halle an der Schorlemer Straße wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Offenbar denkt der Bürgermeister in genau diese Richtung, wenn er sagt: „Es bestehen Fördermöglichkeiten durch das Land, die wir auch nutzen wollen.“