SPD will Blankenwasser aufwerten

SPD will Blankenwasser aufwerten

Wie der „Strabi“ könnte auch der Neusser Baggersee zu einem Freizeitzentrum werden, sagen die Sozialdemokraten.

Neuss. Immer wieder hat der Baggersee am Blankenwasser die Neusser Politik beschäftigt. Nun gibt es einen neuen Vorstoß von der SPD. „Wir möchten den See zu einem öffentlich zugänglichen Erholungs- und Freizeitareal weiterentwickeln“, sagt der Vorsitzende Sascha Karbowiak. Die Sozialdemokraten haben einen Antrag erarbeitet, der in der kommenden Ratssitzung am 29. Juni beraten werden soll.

Die Stadt soll beauftragt werden, mit den Eigentümern des Grundstücks ein Konzept für die Entwicklung der Wasser- und Uferflächen des Sees an der A 46 zwischen Am Blankenwasser und der Bonner Straße zu entwickeln. Spätestens Ende 2018 sollen mögliche Entwicklungen aufgezeigt werden. Als mögliches Vorbild nennt Karbowiak den Straberger See in Dormagen. In das Konzept sollen auch Pläne eines Eigentümers einfließen, der vor einiger Zeit bereits die Errichtung einer Wasserskianlage und einer Gastronomie vorgeschlagen hat.

Miteigentümer Paul Erich Gürtler hatte den Neusser Fraktionen nach eigenen Angaben jüngst ein Konzept für den Badesee zukommen lassen, der sich in einigen Punkten mit dem Antrag der SPD deckt. „Der See ist mehr als 100 000 Quadratmeter groß. Dass diese Fläche nur zum Wildbaden genutzt wird, ist nicht sinnvoll“, sagt Gürtler, der den Vorstoß der SPD befürwortet. „Ich hätte mir aber gewünscht, dass man mit mir Kontakt aufnimmt, bevor man einen Antrag verfasst“, sagt der Miteigentümer. Schließlich wären bei einem solchen Projekt viele Fragen zu klären — unter anderem finanzieller und baurechtlicher Art.

Ein Beispiel für eine funktionierende Wassersport-Lösung sei am Sandhofsee zu beobachten, den der Tauchsportverein Pulchra-Amphora nutzt. Kritik übt Gürtler an der Stadt. Er habe bereits vor vier Jahren ein Konzept mit Ideen schriftlich eingereicht, aber keine Antwort erhalten.

Nach Vorstellung der SPD soll der See nicht nur für Wassersport genutzt werden. So könne die bei Jugendlichen beliebte Eventlocation „Kiesgrube“ in die Konzepterstellung mit einbezogen werden, um sie langfristig am Standort erhalten zu können. Dort finden an mehreren Wochenenden verschiedene Veranstaltungen statt, die auch von vielen Jugendlichen aus dem Umland besucht werden. Diese Feten verursachen allerdings nicht selten ein mittleres Verkehrschaos auf umliegenden Straßen. „Wir sind glücklich, so eine Szene-Location in Neuss zu haben und wollen sie auch hier halten“, sagt Karbowiak. „Gleichzeitig brauchen wir aber kreative Ideen, um die Verkehrssituation zu verbessern.“

Zuletzt ist der Baggersee Mitte April nach dem tragischen Tod eines 18-Jährigen in die mediale Aufmerksamkeit gerückt. Der Jugendliche hatte dort — wie viele andere — trotz des Verbots gebadet. „Wenn wir das gefährliche unbeaufsichtigte Schwimmen im See nicht verhindern können, sollten wir stattdessen einen beaufsichtigten Abschnitt entwickeln“, sagt der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Peter Ott, der sich gemeinsam mit seinem Ortsverein Neuss-Süd seit vielen Jahren mit dem Baggersee beschäftigt. „Ein Badesee mit Sport- und Freizeitangeboten wäre aus meiner Sicht eine Bereicherung für die Neusser“, so Ott abschließend.

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