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Sparkasse: 10 Millionen für künftigeVerbundbank

Sparkasse: 10 Millionen für künftigeVerbundbank

Einigung über Umbau erst am Abend.

Neuss/Düsseldorf. Da schien nach langer Vorbereitung und immer neuem Tauziehen die Mehrheit klar, und dann erreichte am Mittag die Nachricht aus dem Landtag auch Stephan Meiser, Chef der Unternehmenskommunikation der Sparkasse Neuss: Der Umbauplan für die vor der Zerschlagung stehende West LB war zunächst einmal gescheitert. Erst am Abend kam es dann doch noch zu dem Beschluss, der die Neustrukturierung der maroden Landesbank ermöglicht.

Mit Unverständnis hatte der Finanzmann noch am Nachmittag reagiert: Eine Einigung sei alternativlos, so Meiser, zudem hatte die EU eine Frist bis Mitternacht gesetzt. Was der nun doch noch mit breiter Mehrheit beschlossene Plan für die Neusser Sparkasse bedeutet, steht fest.

Nach dem Umbaukonzept soll eine neue Sparkassen-Verbundbank entstehen, die nur ein Viertel der heutigen West LB mit etwa 400 Arbeitsplätze umfassen wird. Die Sparkassen werden für die regionale Zentralbank in NRW eine Milliarde Euro an Eigenkapital aufbringen. Große West LB-Teile sollen verkauft und unverkäufliche Aktivitäten in die „Bad Bank“ ausgelagert werden, die bereits die sogenannten Schrottpapiere der Landesbank abwickelt. Dafür legt die Neusser Sparkasse bereits 3,2 Millionen Euro pro Jahr zurück. Aus der restlichen West LB soll ein Dienstleistungsunternehmen entstehen, für die das Land eine Milliarde Euro frisches Kapital bereitstellen würde.

Für die Sparkassen geht es nun um die künftige Verbundbank. Stephan Meiser rechnet vor, was das für das Neusser Institut bedeutet.

Eine Milliarde Euro frisch aufzubringendes Eigenkapital teilt sich zunächst zu gleichen Teilen unter den beiden Verbänden Westfalen-Lippe und dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband auf. An dem wiederum haben die Neusser einen Anteil von gut 4 Prozent. Nach dieser „Kaskadenrechnung“, so Meiser, berechne sich der Neusser Anteil am Eigenkapital der künftigen Verbundbank auf etwa 10 Millionen Euro. Dies sei eine „werthaltige Beteiligung an einer gesunden und wettbewerbsfähigen Verbundbank für alle Sparkassen in Deutschland“, betont Meiser. Auf das Kundengeschäft habe das keinerlei Auswirkungen.