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Sorge um die Parkplätze am Wendersplatz

Sorge um die Parkplätze am Wendersplatz

Unterschiedliche Reaktionen auf die Pläne für einen Bürokomplex.

Neuss. Der Wendersplatz zwischen Innenstadt und Rennbahn ist vor allem als günstiger Parkplatz bekannt. Geht es nach den Plänen der Neusser CDU und FDP, soll sich das ändern. Das Gelände ist ein möglicher neuer Standort für die Creditreform, langfristig plant der Projektentwicker Kölbl Kruse, hier ein Bürogebäude zu bauen.

Unsere Redaktion hat die Neusser zu den Plänen befragt. Schon im Planungsausschuss — hier wurde ein Grundsatzbeschluss für die Bebauung gefasst — gingen die Meinungen auseinander. Ein ähnliches Stimmungsbild ergibt sich bei den Neussern.

Gegen die Bebauung des Wendersplatzes ist der 22-jährige Gillian Hüntermann: „Wo kann man denn dann noch parken in Neuss? Der Parkplatz am Wendersplatz ist doch immer total voll und wird stark genutzt. Wenn der wegfällt, wird es eng in Neuss.“ Er wäre sogar eher dafür, die kostenlose Parkzeit von drei Stunden deutlich zu erhöhen.

Besonders bei Besuchern von außerhalb sei der Platz sehr beliebt. Der Wegfall von rund 90 öffentlichen Parkplätzen stört auch Norbert Breuer: „Da sollten Parkplätze bleiben. Die Parkplatzsuche ist eine Seuche in Neuss. Der Wendersplatz ist da eine gute Ausweichmöglichkeit“, sagt der Neusser.

Loni Haldermans (61) ist sich nicht sicher, ob sie für oder gegen das neue Projekt ist. „Natürlich gehen dann viele Parkplätze verloren, die dringend gebraucht werden“, sagt sie. Trotzdem sei es wichtig, dass man sich des Geländes annehme: „Das liegt doch brach, keiner kümmert sich darum.“

Sie ist auf jeden Fall dafür, dass etwas mit dem Platz passiert. Ob es dann aber gleich „so ein riesiger Gebäudekomplex“ sein müsse, daran habe sie ihre Zweifel.

Auch Dirk Steinfeld begrüßt eine Bebauung. Da er kein Auto fährt, stören ihn die wegfallenden Parkplätze nicht: „Gegen eine Ansiedlung hätte ich nichts. Wenn sich die Schützen da auch unterstellen könnten, fände ich das gut.“

Probleme hat er aber mit dem Y-förmigen Entwurf von Kölbl Kruse. „Auf den ersten Blick gefällt es mir nicht so. Ich finde, das muss mit den anderen Gebäuden der Stadt im Einklang bleiben. Ich hätte es lieber historisch.“

Derselben Meinung ist Marianne Gartz. Sie findet den Entwurf „hübsch-hässlich“. „Es gibt Städte, die begriffen haben, wie man neu baut.“ Ihrer Meinung nach passt diese Architektur nicht zu Neuss, die Planer sollten sich mehr an der Optik des Rathauses orientieren. Grundsätzlich habe sie aber nicht gegen eine Bebauung des Wendersplatzes.