So geht’s fast ans Wasser: Treppen am Hafenkopf

So geht’s fast ans Wasser: Treppen am Hafenkopf

Am Ende des Hafenbeckens 1 ist die Stadt näher ans Wasser gerückt. Das Projekt kostet 2 Millionen Euro.

Neuss. Noch am Morgen sah es aus wie auf einer richtigen Baustelle. Bauzäune standen noch am gewohnten Ort, der Bagger baggerte, Bauarbeiter waren aktiv. „Den Teer kann man jedenfalls so nicht lassen“, bemerkte eine Passantin. Man könne zwar erkennen, was da entstehen soll, aber: „Bis heute Nachmittag wird es definitiv nicht fertig“, war sich die Neusserin sicher.

Wurde es doch, weitgehend. „Vor Schützenfest ist das hier fertig“, hatte Klaus Harnischmacher, Geschäftsführer der für die Baustelle verantwortlichen Stadthafen GmbH, immer wieder versprochen. Zur Eröffnung des ersten Abschnitts kamen am Mittwoch zahlreiche Gäste.

Die Vorplanungen liegen Jahre zurück. Architekt Ulrich Coersmeier hatte im Sommer 2006 auf die Chancen hingewiesen, (nicht nur) an dieser Stelle des Hafenbeckens 1 die Innenstadt näher ans Wasser zu holen. Er sprach von „brachliegendem Potential“. Das wird nun genutzt.

Nach langen Vorarbeiten für diese für Planer wie Ingenieure so komplizierte Baustelle ging es, mit einjähriger Verspätung, dann doch noch schnell: Schützenfest markiert eben das unverrückbare Bauende.

Und so ist jetzt die Terrasse — noch mit schwarzem Teer, was so nicht bleiben wird — fertig, führt die Treppe den Passanten nach unten zum Wasser. Eine erklärungsbedürftige Treppe, wie Bürgermeister Herbert Napp feststellte: Von oben gesehen rechts sind hohe, breite Stufen angelegt, die als Sitzflächen dienen sollen, links findet sich die eigentlich „Gehtreppe“ mit komfortabler Stufenhöhe und Geländer. Die Schützen werden es testen.

Die neue Terrasse am Hessentordamm ist über dem Kanal errichtet, der das Wasser des Nordkanals und einen Teil der Obererft aufnimmt. Pro Sekunde rauscht hier eine Wassermenge wie für eine Badewannenfüllung unter den Besuchern entlang.

Das Projekt Terrasse und Promenade (s. rechts) kostet knapp 2 Millionen Euro. Eine Million Euro finanziert die Stadt, der Rest kommt vom Land.

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