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Shakespeare in Neuss: KJ263 gestaltet mit Jugendlichen die Wand hinter dem Globe-Theater

Nach Workshop in Neuss : Neusser Künstler schafft Shakespeare-Hingucker

Der Graffiti Künstler KJ263 hat in einem Workshop mit Jugendlichen die Wand am Globe gestaltet.

(ubg) Auch wenn das Shakespeare-Festival vorbei ist, sind sie alle da. Hamlet, Romeo und Julia und sogar der Dramatiker selbst tummeln sich auf der Wand hinter dem Globe-Theater. Sie sind auf einem Graffiti zu sehen, das der Neusser Künstler Konstantin Zayka – in der Szene ist er als KJ263 bekannt – für die 50X2 Meter große Fläche entworfen hat. Auf die Wand gebracht hat er es mit zwölf Jugendlichen, die in der Shakespeare-Festivalzeit an seinem Graffiti-Workshop teilgenommen haben. An fünf Terminen haben sie gemalert und gesprayt, so lange bis ein farbenfroher Blickfang entstanden ist. Die Gestaltung erinnert an ein Bühnenbild, das den Zuschauer mit den Worten „To be or not to be“, also „Sein oder nicht Sein“ direkt in die Dramen-Welten des Elisabethaners mitnimmt. Und dort gibt es einiges zu entdecken. Zum Beispiel einen weiteren Versauszug aus Hamlet: „Ist dies auch Wahnsinn, ist doch Methode drin“, ist am Rande des Bildes zu lesen KJ263 hat sich für eine moderne, abstrakte Form zwischen Grafik und Graffiti entschieden. Die Charaktere in seinem Bild bleiben gesichtslos. Mit einer Ausnahme: Auf den ersten Blick ist es nicht direkt zu erkennen, doch wer das Wandbild im Bereich rund um Romeo und Julia betrachtet, kann ein Shakespeare-Porträt durchscheinen sehen. Kleiner Tipp: Romeos Hutfeder bildet gleichzeitig eine Augenbraue des Elisabethaners. Dass das Graffiti schon während der Entstehung viel Aufmerksamkeit auf sich zog, berichtet Sophie Koning, Produktionsleiterin des Shakespeare-Festivals: „Viele Besucher haben es sich angesehen und Fotos gemacht.“

„Alle hatten Lust auf das gemeinsame Projekt“, erzählt Konstantin Zayka. Das Motiv habe er skizziert, die Jugendlichen konnten es dann mit Pinsel, Roller oder Spraydose vollenden. Henriette und Silja, beide 17, kannten den Künstler bereits von Kursen im Kulturforum Alte Post. „Wir konnten nun Techniken, die wir da gelernt haben, anwenden“, erzählt Silja, die genau wie Henriette selbst gerne das Shakespeare-Festival besucht. Umso „cooler“ finden es die beiden, dass sie nun an einem Teil der Shakespeare-Atmosphäre mitgearbeitet haben. Und die bleibt nun auch außerhalb der Festivalsaison erhalten.

(ubg)