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Schwere Bürde für das Museum im Jubiläumsjahr

Schwere Bürde für das Museum im Jubiläumsjahr

Wegen gravierender Mängel soll nach 2012 nachgebessert werden.

Neuss. Die Heizung fällt aus, das Dach ist nicht dicht, an der Beleuchtung hapert’s. Die Mängelliste im Clemens-Sels-Museum ist lang und seit Jahren bekannt. Seit Sommer 2009 ist die Verwaltung beauftragt, ein Sanierungskonzept zu erarbeiten. Die Sanierung wird Millionen kosten, zudem erschwert die ungeklärte Frage des Denkmalschutzes eine zügige Aufstellung über Kosten und Maßnahmen.

Seit Donnerstag liegt nun nicht ein solches Konzept, aber der von der Politik angemahnte Überblick über provisorische Maßnahmen auf dem Tisch, die das Schlimmste verhüten sollen. Vor allem, so die Maßgabe, müsse im kommenden Jahr, wenn das Museum sein 100-jährges Bestehen feiert, der Betrieb sichergestellt sein.

In der Verwaltungsmitteilung ist nun noch einmal nachzulesen, warum es so kompliziert ist mit einer Sanierung in dem 1975 fertiggestellten Bau am Obertor: Die Elektro-Fußbodenheizung „ist in Teilen ausgefallen. Aufgrund der Verlegung unter dem hochwertigen Oberboden im Estrich ist eine Reparatur nicht möglich“, heißt es vom zuständigen Gebäudemanagement (GMN).

Nun soll — als Provisorium — auf dem Dach eine Gas-Heiztherme installiert werden. In den Ausstellungsräumen würde dann eine neue Fußbodenheizung auf dem vorhandenen Oberboden aufgebracht, mit einem neuen Boden versehen und mit Teppich belegt. Allein dafür und für neue Heizkörper in den übrigen Räumen kalkuliert das GMN mit 535 000 Euro.

Im Jubiläumsjahr 2012 will man allerdings nicht tätig werden, da während der Arbeiten Kunstwerke ausgelagert werden müssten. Nur die notwendigen Dacharbeiten sollen vorgezogen, akut auftretende Probleme im nächsten Jahr dann „situativ“ gelöst werden.

Auf Unverständnis stößt das bei Hartmut Rohmer (SPD), dem Vorsitzenden des Kulturausschusses. Die Intention, den Betrieb 2012 zu sichern, sei nicht erfüllt, die technischen Erläuterungen seien nicht schlüssig: „Bis auf die Dachsanierung sind diese Vorschläge unbrauchbar“, sagt er. Am Mittwoch nächster Woche wird sich der Kulturausschuss wieder einmal mit dem Thema befassen.