Schon vier Namen für Bürgermeisterkandidatur der CDU in Neuss

Bürgermeisterwahl 2020 in Neuss : CDU stellt Bürgermeister-Bewerber vor

Beim CDU-Empfang präsentierte der Vorsitzende mit Jan-Philipp Büchler seinen Vorschlag für die Spitzenkandidatur. Sebastian Rosen und Bärbel Kohler werden gegen ihn antreten, wohl auch Natalie Goldkamp.

Die CDU-Mitglieder werden wohl schon im Oktober – und damit fast ein halbes Jahr vor dem geplanten Termin – ihren Bürgermeister-Kandidaten benennen. Das kündigte am Montagabend der Parteivorsitzende Jürgen Brautmeier beim Sommerempfang der Partei im Zeughaus an. „Ich will aus der parteiinternen Diskussion schnell in eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Amtsinhaber Reiner Breuer kommen“, sagte er. Geht es nach dem Vorsitzenden, soll Jan-Philipp Büchler in diesem Kampf die Speerspitze sein. Er stellte den 40 Jahre alten Professor der Betriebswirtschaftslehre bei dem Empfang als – und das betonte Brautmeier mehrfach – seinen Vorschlag für die Spitzenkandidatur vor. Brautmeier unterstrich, dass das Verfahren nach wie vor offen ist und nannte von sich aus die Namen dreier weiterer Interessenten: Sebastian Rosen, Bärbel Kohler und Natalie Goldkamp.

Sebastian Rosen warf als
Erster seinen Hut in den Ring

Der Stadtverordnete Rosen war der Erste, der – zum zweiten Mal nach 2015 – öffentlich seine Bereitschaft zur Kandidatur angemeldet hat. Genauso fest entschlossen ist die Personalentwicklerin Bärbel Kohler. Sie habe schon vor längerer Zeit mit dem Vorsitzenden über diese Absicht gesprochen, sagte sie, am Montagmorgen von Brautmeier aber erfahren, dass der einen anderen Kandidaten präferiert. Sie bleibe aber bei ihrer Entscheidung. Bedenkzeit bis zum Schützenfest hat sich dagegen Natalie Goldkamp erbeten. Die 29-Jährige, seit über einem Jahr zweite Vorsitzende des Stadtverbandes, unterstrich aber noch am Montag in einer Sitzung des erweiterten Vorstandes ihr „grundsätzliches Interesse“.

Dass Brautmeier mehr oder weniger alleine auf Kandidatensuche gegangen war, kritisiert auch die zweite Vorsitzende Goldkamp nicht. Das Verfahren sei im Vorstand abgesprochen worden, und sie selbst sei froh, angesichts ihrer eigenen Ambitionen nicht involviert gewesen zu sein. Wie sie bewertet auch der Rest des Vorstandes die Kandidatensuche. Das sei „kein Hinterzimmerverfahren“ gewesen, betonte die Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann.

Gröhe bezeichnet Büchler als „Glücksfall“ für die Neusser CDU

Das Ergebnis der Suche trägt der Vorstand, der den möglichen Spitzenkandidaten vor dem Sommerempfang kurz beschnuppern konnte, zumindest vorerst mit. Der Landtagsabgeordnete Jörg Geerlings und der Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe gingen in ihren ersten Bewertungen schon recht weit. „Uns liegt jetzt eine sehr ernsthafte Bewerbung auf dem Tisch“, sagte Geerlings, der Büchler aus Zeiten in der Jungen Union kennt und einen Kandidaten für alle Generationen nannte. Und Gröhe sprach sogar von einem Glücksfall für die CDU, der zu einem Glücksfall für Neuss werden soll. „Jan-Philipp Büchler hat einen klaren gestalterischen Ehrgeiz“, sagt er.

Brautmeier zeigte sich erfreut, dass er am Ende vieler Gespräche mit dem Norfer Büchler einen ideenreichen, inhaltlich starken und auch persönlich überzeugenden Kandidaten präsentieren kann. Das Interesse an dem Amt – Brautmeier sprach mit gut 20 möglichen Bewerbern – aber auch an der Personalie zeige ihm, dass die CDU gute Chancen hat, das Rathaus zurückzuerobern. Sein Schlusswort. „Jetzt aber Butter bei die Fische.“

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