Schiedsrichter stiften Verwirrung

Schiedsrichter stiften Verwirrung

Schiedsrichter und Zeitnehmer stehen im Spiel der Dritten Handball-Liga zwischen Dormagen und Schalksmühle mit fragwürdigen Entscheidungen im Mittelpunkt. Am Ende siegt Bayer mit 28:21.

Dormagen. Es geht nicht: Man kann über dieses Handballspiel nicht schreiben, ohne die Hauptdarsteller zu erwähnen. Schließlich ist es Schiedsrichtern und Kampfgericht gelungen, aus dem vermeintlichen Topspiel der Dritten Liga West ein Verwirrspiel zu machen. Dass es der TSV Bayer Dormagen mit 28:21 (15:14) verdient, aber um ein paar Tore zu hoch gegen die SG Schalksmühle-Halver gewann, geriet zur Nebensache.

Foto: Zaunbrecher

Die Hauptsache: Ein Tor anerkannt (zum 4:3 aus Sicht der Gäste nach acht Minuten), von dem der Schütze sagt, dass es keines war. Ein Tor (zum vermeintlichen 12:10 der Gäste nach 21 Minuten) nicht gewertet, von dem der Torhüter sagt, dass es eines war. Dazu beinahe im Minutentakt rätselhafte Entscheidungen auf beiden Seiten, insgesamt 20 Strafminuten in einem keineswegs hart geführten Spiel — das ist die traurige Bilanz von Cefdet und Kenan Kamper nach diesen 60 Minuten.

„Kompliment an beide Mannschaften, dass sie das alles so ruhig hingenommen haben. Solche Spiele können leicht entgleisen“, sagte hinterher SG-Trainer Stefan Neff. „Ich mache den Schiedsrichtern keinen Vorwurf — sie können es nicht besser“, sagte sein Dormagener Kollege Ulli Kriebel: „Ich mache denen einen Vorwurf, die sie Woche für Woche für solche Spiele ansetzen.“

Und als wäre das alles noch nicht genug, vollendet das Kampfgericht den Chaostag mit einem Spielbericht, an dem so gut wie nichts stimmt. Auf Seiten der Gäste taucht ein Spieler (Dominik Spannekrebs) als Torschütze auf, der nachweislich nicht eine Sekunde auf dem Spielfeld war. Seinem Kollegen Fabian Hecker, erst in der vorletzten Spielminute eingewechselt, werden zwei Siebenmeter gutgeschrieben, einer verwandelt, einer vergeben — dabei stand der junge Rechtsaußen nicht ein Mal an der Strafwurflinie. Einen verworfenen Siebenmeter gab es auf Schalksmühler Seite ohnehin nicht an diesem Abend. Während beim TSV Jan Huefken und Tim Wieling fälschlicherweise gar nicht als Torschützen aufgeführt werden, wird KC Brüren „nur“ einer seiner 13 Treffer unterschlagen. Was spontan an einen alten Filmtitel denken lässt: „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ — nur dass James Dean 1955 darin eine bessere Figur machte als die Hauptdarsteller am Samstagabend.

An dem trotz allem auch Handball gespielt wurde. Leider keiner, der der Tabellenkonstellation Zweiter gegen Vierter gerecht geworden wäre. „Weil es die äußeren Umstände nicht zuließen“, sagte Kriebel. Er versuchte, den Gästen mit einer offensiven 4:2-Deckung beizukommen. Ein Schuss, der nach hinten los ging — nach 19 Minuten führt Schalksmühle mit 11:8. Kriebel tat das Richtige: Er stellte die Abwehr auf 6:0 um. „Uns ist dagegen nicht richtig etwas eingefallen“, sagte Neff. Der TSV drehte die Partie (18:15/40. Minute) und machte kurz darauf alles klar.

Derweil hat der Tabellenvorletzte TV Korschenbroich den Abstiegsgipfel beim bis dahin Drittletzten OHV Aurich mit 21:23 (11:10) verloren. Jetzt wird es ganz schwer für den TVK, dem Gang in die Regionalliga Nordrhein noch zu entgehen. „Die Chance war definitiv da, aber wir haben sie nicht genutzt“, sagte Manager Kai Faltin.

Vor 1100 Zuschauern unterliefen den Gästen in der Schlussphase zu viele Fehler. „Wir haben zu früh abgeschlossen, uns zu viele Abspielfehler erlaubt“, schilderte Faltin die entscheidende Phase, in der sich die Hausherren von 19:19 (55.) auf 22:19 (59.) absetzen konnten. „Außerdem hat der Auricher Torhüter am Ende fast jeden Ball gehalten.“ Gemeint war Youri Denert.

„Klar ist die Ausgangslage jetzt schwieriger geworden, aber solange der Klassenerhalt rechnerisch möglich ist, geben wir nicht auf“, sagte Faltin. Zum 13. Tabellenplatz, der die sichere Rettung bedeuten würde, sind es sechs Punkte Abstand. Möglicherweise reicht aber auch Platz 14, hinter dem der TVK vier Punkte liegt.